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Ureas - The naked truth

VÖ: 19. Mai 2006   •   Label:  Locomotive
09. Oktober 2006

Die Band um Ehepaar Heidi und Per Johansson legt hier eine neue Art des Crossover vor: Einerseits erinnern mich die weiblichen Gesangsparts stark an Evanescence, Per Johanssons Stimme liegt aber klar im Power Metal Bereich. Diese beiden Kontraste verstricken Ureas mit Tommy Hansen (Helloween) als Produzenten zu einem interessanten Komplex aus ruhigeren Parts und durchaus rockenden Riffs.
Inhaltlich kommt die Scheibe aber sehr düster rüber. Neben sehr persönlichen Texten zu dem Leben der Johanssons, unter anderem einem Selbstmordversuch Pers ("In my Life", "I lost my faith") , geht es aber auch durchaus Gesellschaftskritisch zu: Das Thema Rassismus steht mehr als einmal im Zentrum der Songs ("I am who I am", "Colour us blind"). Auch dort sind aber immer persönliche Erfahrung damit ausschlaggebend. Ebenso werden die Veränderngen unserer Welt nach dem 11. September 2001 behandelt
Besonders erwähnenswert finde ich aber vor allem das Thema von "Spiritually Possessed": Es handelt von der angeblich wahren Geschichte von Spuk im Haus der Johanssons, die darin gipfelt, dass Per einen Dämon fotografiert.
Mag jeder selber entscheiden, was er von dieser Geschichte hält, musikalisch überzeugen Ureas allemal. Der solide Unterbau der Musik ist zwar nicht besonders anspruchsvoll, aber das wird von den sehr eingängigen und schönen Gesangsmelodien des Sängerehepaars ausgeglichen. Auch finden sich immer kleine Extras in der Musik von Ureas, die die Lieder auszeichnen. So scheuen die Dänen auch den Einsatz von elektrischen Hilfsmitteln wie Vocodern nicht.
Leider fehlt der CD ein wenig der Höhepunkt und so reihen sich gute, solide Songs aneinander, ohne das einer wirklich herausragen will. Vielleicht noch das an (alte) Theatre of Tragedy erinnernde "I am who I am", das einen wirklich mitreißenden Refrain aufbieten kann.
Für mich ist "Seven day's weekend" dann am Ende der CD doch noch ein "Hinhöhrer", weil Ureas hier gänzlich ihren Stil über Bord werfen und eine reinrassige Elektronummer aufnehmen, die tatsächlich zur im Song beschriebenen einwöchigen Party gereicht werden könnte.

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