Die neuesten Nachrichten lassen einen mitunter ratlos zurück. Dachte man bisher, man würde im sturmfesten und erdverwachsenen Niedersachsen auf einer Insel der Seligen leben, so wird man spätestens seit dem Haushaltsentwurf und der Schulpolitik der rot-grünen Landesregierung eines Besseren belehrt.
Da hilft dann nur noch das neue Album von VALDUR, das mithilfe des bewährten und hochdosierten Wirkstoffes "düsterer Black Metal" zumindest zeitweise eine Linderung verspricht und zum allgemeinen Wohlbefinden beitragen kann. Da braucht man nicht einmal seinen Arzt oder Apotheker zu fragen, denn als weitere wirksame Bestandteile lassen sich hämmernde Blastbeats, kaskadierende Riffs, düstere Growls und, damit es nicht ganz so bitter schmeckt, ein feiner Hauch von Melodik ausmachen.
Die natürlichen Inhaltsstoffe machen nicht müde oder abhängig, man sollte aber vom Autofahren nach der audiblen Einnahme absehen, denn der infernale, teuflische und höllische Sound kann zu einem chaotischen, besorgniserregenden oder manisch verärgerten Geisteszustand führen.
Symptomatisch sei hier der Track 'Conjuring the fire plagues', in dem vor dem Hintergrund eines dunkelschwarzen Klangteppich gekonnt mit verschiedenen Tempi oder Soundelementen gespielt wird. So spielen doomige und todesmetallige Aspekte eine große Rolle, aber eben auch die Melodik. Schließlich will es der Teufel in der Hölle ja auch mal schön haben ('Death winds will cleanse"). So ist es auch nicht verwunderlich, VALDUR in den Vereinigten Staaten als eine der besten der Black Metal Bands gelten, die man aber bisher wahrscheinlich noch nie gehört hat. So ist das manchmal, aber das sollte schnellstens geändert werden.
VALDUR erschaffen nämlich mit ihrem Album "At War With" einen gelungenen Soundtrack zu den Unbillen dieses Lebens, die sich mit dem zerstörerischen und verwüstenden Black Metal leichter ertragen oder optimistisch bekämpfen lassen.