VEHEMENZ, der Name ist Programm. Denn mit Nachdruck, Entschiedenheit und Heftigkeit geben sich die sechs Musiker aus dem schönen beschaulichen Bayern mit den lebensbejahenden und optimistischen Künstlernamen Inclusus (der Eingesperrte), Monolith Aversion (unveränderliche Ablehnung), Letharg (der Lethargische), Aquarius Igneus (feuriger, lebhafter Wassermann), Obscurus (der Dunkle, Verborgene), Furor (Zorn, Raserei) dem Black Metal der postigen Sorte hin, und zwar mit dem Ziel, wie ein unschuldiger Engel in der Hölle der Verdammten aufzufallen.
Deshalb wird der Sound auch von drei Gitarren getragen, was den musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten und der künstlerischen Kreativität ganz neue Wege eröffnet. Und so kommt der Sound auch um einiges dichter, barocker und intensiver daher. Diabolische Riffs treffen dabei auf infernal-melodiöse Leadgitarrenparts sowie teuflische Atmosphärik. Die Drums variieren gekonnt, vor allem die schnellen, stakkato, blast-beatigen erschaffen im Verein mit keybordiger und gitarriger Melodik eine himmlische Höllenstimmung, die man sonst nur äußerst selten hört ('Stille Um Mich').
Dabei ist es gerade das Postig-Alternative, das zu bestechen weiß. Denn bestimmte Passagen könnten problemlos aus dem Bereich melancholischer Alternative-Rock entstammen, aber die Mischung mit typisch schwarzmetallischen Elementen ist dann doch so explosiv, dass auch ein Sprengstoffräumkommando nichts dagegen ausrichten kann. Hinzu kommt, dass VEHEMENZ ihren Metal mit deutschen Texten garnieren, ein Unterfangen, dass nicht jeder Band so gut gelingt, zieht man doch seine Inspiration aus prägenden Erlebnissen, Gefühlen oder Alltäglichkeiten....
Kurz: VEHEMENZ haben mit ihrem Erstlingswerk ein überaus gelungenes Post-Black-Metal-Debüt erschaffen, das vor allem durch seine alternative, melancholische Melodik sowie seinen intensiven, düsteren Sound zu überzeugen weiß. Ein mitreißendes Opus, das für die Fans von AGRYPNIE, FÄULNIS, TODTGELICHTER, NOCTE OBDUCTA oder THRÄNENKIND ein Muss sein sollte!