Die Form eines Trios ist zwar geblieben, jedoch ist nur noch Sänger/Basser Jörg von der Stammbesetzung dabei. Dennoch ist man sich stilistisch treu geblieben, ohne jedoch die vergangenen 30 Jahre vollkommen zu ignorieren. Entsprechend findet sich in den Riffs der Herren durchaus die ein oder andere Thrash Metal Anleihe. Doch Jörgs Stimmorgan bleibt weiterhin Aushängeschild der Rheinländer. Mit Songs wie „Blood In The Sky“ beweisen WARRANT zudem ein gutes Händchen für eingängige Melodien. Insgesamt klingen WARRANT 2014 weniger rau als noch 1985. Dies wird besonders im direkten Vergleich der Neuaufnahmen von „The Enforcer“ und „Ordeal of Death“ deutlich. Erinnerte man damals auch soundtechnisch an Bands wie EXCITER, so ist der Sound der Songs heute doch deutlich kompakter und kraftvoller – aber irgendwie eben auch etwas zahmer. Doch so oder so haben Juraschek & Co eine ganze Reihe hörenswerter und eingängiger Songs fabriziert. Wer z.B. das Ableben von UNREST noch nicht verkraftet hat, der dürfte in „Don’t get mad get even“ einigen Trost finden. Mit „Face The Death“ oder „Asylum“ gibt es aber auch harte Power Metal Songs mit teutonischem Einschlag.
WARRANT hätten im Grunde keinen passenderen Namen für ihr Comeback Album wählen können, denn mit „Metal Bridge“ schlagen die Jungs tatsächlich eine Brücke zwischen dem rohen NWoBHM Sound der 80er und dem druckvolleren, leicht thrashigen Power Metal des 21. Jahrhunderts. Unterm Strich bleibt eine Stunde metallischen Kraftfutters, die 2014 ebenso überzeugt wie 1985. Ein gelungenes Comeback – und das kann man ja wahrlich nicht von allen Musikzombies behaupten.
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