Im digitalen Blätterwald rauscht es kräftig und der ein oder andere Kollege echauffiert sich angesichts des poppigen Hardrocks der aus Kassel stammenden Band – aber seien wir doch mal ehrlich, wer die Band um Jens Walkenhorst ein bisschen kennt, wird doch wohl kaum etwas anderes erwarten. Nach dem 2007er Album „Bite The Bullet“ war es – zumindest für mich – recht ruhig um die Hessen geworden, doch bereits der Opener „To The End Of The World“ lässt aufhorchen und erinnert fast an das nach wie vor unerreichte „End of the Road“ vom „Thousand Miles Away“ Album. Sofort wird klar, dass die Jungs immer noch geniale Ohrwurmmelodien schreiben können. Nun mag der Titelname andere Erwartungen wecken, aber mit dem schnellen „It’s all over now“ scheint es erst so richtig loszugehen. Mit Songs wie „Why don’t you save me“ und vor allem dem Anfang von „Stay Tough“ drifftet man dann doch sehr in poppige Gefilde. Gerade für „Stay Tough“ hätte ich mir einen anderen Anfang gewünscht, da der Song, sobald man die ersten Sekunden und Zwischenspiele überstanden hat, eigentlich gute Rockqualitäten aufzeigt. So oder so wird man dann aber mit dem gradlinigen „Favorite“ entschädigt: gute Riffs und eingängige Melodien. So kennen wir es von den Jungs, die ja Bands wie Bon Jovi & Co zu ihren wichtigsten Einflüssen zählen. „Can’t You Hear Me Calling“ erinnert dann allerdings noch eher an klassischen 80iger Rock der Marke Eddie Money oder Giant. Nach der obligatorischen Schmusenummer „Why are the good things too hard to find“ hat man sich dann noch mal Schwedens Nummer 1 Popexport ABBA vorgenommen und „Gimme Gimme Gimme“ verrockt.
Unterm Strich geht es mir mit „2012“ so ähnlich wie mit den Vorgängern. Neben einigen wirklich guten Hardrock Nummern (z.B. To the end of the world“, „It’s all over now“, „favorite“) sind mir andere Songs etwas zu poppig ausgefallen. Insgesamt hätte ich mir eine etwas weniger synthetisch klingende Produktion gewünscht, eine bei der die Gitarren druckvoller und erdiger aus den Boxen kämen. Unterm Strich sind sich Wild Frontier aber auch auf ihrem fünften Album absolut treu geblieben – und doch bleibt „Thousand Miles Away“ für mich weiter unerreicht.
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