Post Black Metal aus Finnland. WOLAND, gegründet im Jahr 2010, haben sich dem Ziel verschrieben, Musik ohne Grenzen und ein bestimmtes, anvisiertes Ziel zu machen. Von besonderer Wichtigkeit ist für die Finnen in diesem Zusammenhang, sich von den idealisierenden Fesseln der Vergangenheit zu lösen und die ungewisse Zukunft mit offenen Armen zu empfangen. Und das alles inspiriert von prominenten Philosophen und Schriftstellern, natürlich auch von Mythologie mit ihren Helden und Göttern.
So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass das Debütalbum nach einem Titanen der griechischen Mythologie benannt ist, nämlich "Hyperion", dem Vater des Sonnengottes "Helios".
Und so wie die Titanen von den olympischen Göttern grausam gestürzt wurden, so berauben WOLAND den Black Metal seiner höllischen Infernalität. Post Black Metal eben. Klingt für mich eher wie tödlich und doomig angehauchter Gothic Metal: Der Sound kommt nämlich äußerst düster, aber auch melodisch daher, immer wieder sorgen sphärische Keyboardpartien für einen trauermäßig festlichen Hintergrund, die Riffs sind überaus dynamisch, die Vocals grimmig, rau, rockröhrenmäßig, aber eben nicht genuin black-metal-mäßig gekrächzt.
Das macht gar nichts, denn "Hyperion" kann eben deshalb überzeugen. Unerwartete Tempowechsel und insgesamt abwechslungsreiche Songstrukturen lassen beim Hören des Longplayers keine Langeweile auftreten. Bestes Beispiel dafür ist der Song 'Exstacy and Rapture'. Gothicmäßig düster, nahezu ein hymnisches Rerquiem drängt mit 'Live forever' auf unsere Gehörgänge ein. Weltklasse, auch wenn das Kaffeehausklavier in der Mitte des Songs etwas nervt. Es muss nicht immer experimentell sein. Das gilt auch vereinzelt für andere Songs.
Nichtsdestotrotz haben WOLAND ein eindrucksvolles Erstlingswerk erschaffen, das es verdient hat, entdeckt zu werden. Denn sonst wären ja auch nicht Geir Bratland (DIMMU BORGIR), Mathias 'Vreth' Lillmåns (FINNTROLL) and Janica Lönn (BLACK SUN AEON) als Gäste mit von der Partie gewesen!