Was kann denn daran so falsch sein, sich den Erinnerungen an seine Sorgen hinzugeben. Das spanische Duo von WRONG jedenfalls nähert sich diesem Vorhaben auf musikalischem Wege, und zwar indem sie unglaublich mitreißende Melodien mit niederreißendem Black Metal verbinden. Dass die beiden Spanier auf diesem Gebiet keine unbeschriebenen Blätter sind und etwas von ihrem Metier verstehen, liegt daran, dass sie sich auch schon bei Bands wie WORMED, BANISHED FROM INFERNO, THE YTRIPLE CORPORATION oder NEVERDIE austoben konnten.
Zudem holten sie sich ihre Inspiration von Vorstellungen der Post-Apokalypse und der dystopischen Zukunft (Das Wort kann man ruhig einmal im Duden nachschlagen.), die allerdings gar nicht so düster, so schrecklich und so unerträglich sein kann, da die Melodien nicht nur überaus sphärisch, sondern vor allem eigentlich auch ermutigend, frohgemut und optimistisch daherkommen. Wäre da nicht das Black-Metallische als Gegenpart, so könnte man fast meinen, dass das Leben nach der Apokalypse sich wieder den idealen friedlichen Urzustand angenähert hat.
Kommt der Opener noch ziemlich traditionell daher, so haut einen die Melodik von 'Through this slit" so richtig um. In Kombination mit der charakteristischen Variabilität der Songs ist dies eine wirklich hochexplosive Mischung. Genauso geht es mit 'I prefer so' weiter, das einen fast schon in hymnische Gefilde entführt, bis 'Now I remember' mitreißend, kraftvoll und dynamisch in unseren Ohren dröhnt, wobei das äußerst intensive Metal-Echo den Zuhörer fast schwindelig hallt. Passend zum Opener ist der Rausschmeißer wiederum eher bodenständig authentisch.
Kurz: WRONG legen mit "Memories of Sorrow" ein gelungenes Erstlingswerk des melodischen Black Metals vor, dass nicht nur die Fans von AGALLOCH, LIFELOVER oder DRUDKH gefallen dürfte.