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Iron Maiden - Infinite Dreams. 50 Jahre Iron Maiden. Der offizielle Bildband

In ihrem 50. Dienstjahr touren Iron Maiden rastlos mit ihrer Run For Your Lives World Tour. Da Iron Maiden bekanntermaßen sowohl visuell als auch lyrisch einiges zu bieten haben, ist es nun mehr als konsequent, dass ein Bildband ihre Geschichte illustriert. Die Originalausgabe erscheint 2025 unter dem Titel Iron Maiden. Infinite Dreams bei Thames & Hudson Ltd,
6–4 Britannia Street, London WC1X 9JD. Im Folgenden geht es um die 1. Auflage der deutschsprachigen Ausgabe des vorbezeichneten Werks. 

Infinite Dreams, ein Song von der als Meisterwerk angesehenen Scheibe Seventh Son Of A Seventh Son. Endlose Träume? Iron Maiden dürfen kein Bedarf mehr an Träumen haben, Realität ist eine 50 jährige Musikkarriere mit Einfluss, Fanliebe und Bedeutung.
Ein Traum wäre das Hardcover als Rezensionsexemplar, die Realität ist ein digitales Format. Das Gefühl von Papier an den Fingern und Geruch der Druckerschwärze/-farbe bleibt somit nur Phantasie. Der Verlag spart Kosten, beim Rezensenten nimmt es nur Datenspeicherplatz ein, fällt wörtlich nicht ins Gewicht, vergilbt und verknickt nicht.

Dem Twilight Magazin wurde die deutsche Ausgabe zur Verfügung gestellt, die im Verlag Prestel verlegt wurde. Dieser hat zwar keine Geschichte, die bis zum Buchdruck unter Guttenberg zurückgeht, lohnt sich dennoch zur Erwähnung. Im 18. Jh. gab es eine Kunsthandlung Prestel, die in Nürnberg gegründet wurde und dann nach Frankfurt/Main umsiedelte. 1924 wurde der Verlag dann in Frankfurt/Main durch Hermann Loeb gegründet. Während der nationalsozialistischen Regierungszeit wurde Herr Loeb gezwungen, den Verlag zu verkaufen. Er ging ins Exil in die neutrale Schweiz, gründete dort selbst den Holbein Verlag, der mit Prestel kooperierte. Der Prestel Verlag strauchelte, weil die Geschäftsführung den Kriegsdienst als Offizier anzutreten hatte. Durch externe Finanzierung konnte der Verlag am Leben gehalten werden. Das Stammhaus in Frankfurt/Main wurde trotzdem aufgegeben, das Geschäft wurde aus München geführt. Der Krieg zerstörte physisch den Verlag, Anfang 1945 wurde der Verlag amtsseitig geschlossen. 
Nach dem Krieg fand am Nordufer des Tegernsees die Wiedergeburt (unter Beratung durch Herrn Loeb) statt und über die Jahre entwickelte sich der Verlag zu einer guten Adresse für Reiseliteratur, die Kunstwissenschaft und bildende Kunst und prosperierte. Weitere Details überspringend übernahm 2008 Peguin Random House (Teil des Bertelsmann-Konzerns) Prestel. München ist Hauptsitz, Dependanzen sind in London und New York. Der verlegerische Schwerpunkt liegt auf Kinderbüchern, Kunstbücher und Bildbänden. Insofern ist es mehr als konsequent, dass Prestel für die deutschsprachigen Druckfahnen verantwortlich zeichnete. 
 
Fakten zum Bildband: 
- Erscheinungstermin: 7. Oktober 2025
- gebundene Ausgabe
- 352 Seiten
- 600 Farbabbildungen
- Höhe: 32,0 cm, Breite: 24,3 cm, Tiefe: k. A. 
- der Druck erfolgte in China
- ISBN 978-3-7913-9174-8
- DACH Bepreisung: 59,00 €; 60,70 €; 77,00 CHF

In welchen Sprachen und durch wen wird der Bildband verlegt? 
- Englisch, Originalausgabe verlegt bei Thames & Hudson 
- Französich, verlegt bei Editions du Chene
- Deutsch, verlegt bei Prestel Verlag 
- Italienisch, verlegt bei Mondadori Lizard
- Spanisch, verlegt bei Libros Cupula
- Tschechisch, verlegt bei Dobrovsky
- Japanisch, verlegt Kawade
- Brasilianisch (also eher Portugisisch), verlegt bei Belas Letras

Inhaltsverzeichnis/Gliederung des Bildbandes:
- Vorwort Steve Harris    S. 6
- Teil 1: BURNING AMBITION 1975-1982    S. 8
- Teil 2: WHERE EAGLES DARE 1982-1988    S. 84   (-> in dieser Zeit Tätowierungen Harris, McBrain, Geers)
- Teil 3: THE EDGE OF DARKNESS 1988-2000    S. 208
- Teil 4: A BRAVE NEW WORLD 2000-    S. 258
- Nachwort Bruce Dickinson    S. 344
- Tourkalender    S. 346
- Bildnachweis    S. 348 
- Register    S. 350
- Dank    S. 352

Nachfolgend sind Zusammenfassungen der wesentlichen Textabschnitte des Bildbandes. Mir erwähnenswerte Details streue ich ein. Am Ende beschreibe ich, welchen Eindruck der Bildband bei mir hinterlässt.   

Im Vorwort gibt Steve Harris zu, dass er Jahrestagen nie große Bedeutung beigemessen habe, obwohl er die Erfolge von Iron Maiden durchaus schätze. Rückblicke auf fünfzig Jahre Bandgeschichte weckten viele Erinnerungen, auch wenn der Weg voller Arbeit, Herausforderungen und hoher Erwartungen gewesen sei. Besonders wichtig sei ihm die Freude am Live-Spielen und die Aufregung vor neuen Projekten, die bis heute geblieben sei. Beim Durchsehen alter Fotos und Geschichten seii ihm bewusst geworden, wie viele Menschen an Iron Maiden beteiligt waren und wie prägend diese Reise gewesen sei. Er schleßt mit der Feststellung, dass es ihn sehr bewegt habe, wie sehr die Musik der Band das Leben vieler Fans und auch sein eigenes verändert habe
 
Teil 1 befasst sich mit der Gründungsphase von Iron Maiden. 1975 gründete Steve Harris Iron Maiden, nachdem er sich gegen eine Fußballkarriere bei West Ham United entschieden hatte. Seine Lieblingsband waren Progrockbands wie Genesis, Yes und Wishbone Ash. Er hatte eigene Soundvorstellungen mit Twin-Leads und Prog-Elementen. Das Besetzungskarussell drehte viele Runden, bis mit Dave Murray und später Adrian Smith das klassische Gitarrenduo entstand. In den späten 1970ern erspielte sich Iron Maiden in Londons Undergroundszene eine treue Fangemeinde. Aber en vogue war in dieser Zeit der Punk. Ein Demotape führte zu Unterstützung durch DJ Neal Kay und Manager Rod Smallwood, der die Band entscheidend förderte. Im Jahr 1979 erhielt Iron Maiden einen Plattenvertrag bei EMI. Damit wurde der internationale Durchbruch ermöglicht. Das Debütalbum Iron Maiden von 1980 mit der Figur Eddie als Maskottchen wurde ein Chart-Erfolg und machte die Band bekannt. Adrian Smith und Produzent Martin Birch verantworteten 1981 das das zweite Album namens Killers, das in Europa und Japan sehr erfolgreich war. Internationale Touraktivitäten von Iron Maiden erfolgten mit Judas Priest und KISS. Das Kapitel schließt mit der Trennung vom Sänger Paul Di’Anno im Jahr 1981. Gründe dafür seien dessen Drogenprobleme und mangelnde Disziplin gewesen. Iron Maiden mussten sich erneut neu aufstellen.

Teil 2 beinhaltet personell den Einstieg Bruce Dickinsons und den Drummerwechsel zu Nicko McBrain. Bruce Dickinson war Sänger der Band Samson. Sie war 1997 gegründet worden. Sie errichte mit Head On eine Chartplatzierung. Ihre Reputation konnte mit dem Adjektiv 'chaotisch' beschrieben werden. Bruce Dickinson gingen der reine Hardrockstil und Partyexzesse gegen den Strich. Er suchte künstlerischen Ausdruck. Bei Iron Maiden war bekanntlich der Platz am Mikro vakant geworden. Also verpflichteten Iron Maiden Bruce Dickinson als neuen Frontmann. Sein Debüt gab er im Oktober 1981 in Bologna, und schon bald beeindruckte er die Band mit Professionalität und Bühnenpräsenz. Mit The Number Of The Beast im Jahr 1982 schafften Iron Maiden den großen Durchbruch. Begleitet vom Skandal über angeblichen Satanismus. Das Album erklomm in UK Platz 1 der Charts und wurde auch weltweit abgefeiert. Schlagzeuger Clive Burr verließ wegen persönlicher Probleme die Band. Ihm folgte Nicko McBrain. Auf den Bahamas entstand 1983 Piece Of Mind, The Trooper ist einer der Songs, die auch heute noch gerne gehört werden. Dem Album folgte die World Piece Tour. Sie wies eindrücklich nach, dass Iron Maiden internationale Headliner sind. Im Folgejahr kam das nächste Album raus, Powerslave. Bekanntlich vom alten Ägypten inspiriert. Die Show dazu war spektakulär genauso wie die World Slavery Tour mit 189 Konzerten in 24 Ländern, Auftritten in Südamerika (Rock in Rio) und dem Ostblock. Live After Death als Livealbum im Jahr 1985 dokumentiert den Höhepunkt. Vielleicht mit Rückbesinnung aus Steve Harris' Prägung kam danach progressiver Experimentiergeist in die zehn Jahre alte Bude, denn die Band öffnete sich Gitarrensynthesizern. Das Album Somewhere In Time im Jahr 1986 dokumentiert das. Zwei Jahre später veröffentlichen Iron Maiden Seventh Son Of A Seventh Son. Dieses Album wird als Meisterwerk der Band angesehen. Auch dieser Veröffentlichung folgt wieder eine Tour, die weltweit Millionen Fans erreichte und beim Monsters Of Rock in Donington, UK, einen Rekordauftritt beinhaltete. 107.000 Fans, die lauteteste Beschallung des Festivals führte zum Eintrag in Guinnessbuch der Rekorde. Der Aufbau der Turbosoundanlage veranschlagte fünf Tage. Die Bilder dieser von 1982-1988 dauernden Phase sind spannend, vor allen Dingen erfolgte in diesen Jahren bei dem ein oder anderen Bandmitglied der Besuch beim Tätowierer. 

Im Teil 3 in der Drehpunkt die Krise bei Steve Harris, der sein Lebenswerk Iron Maiden in Gefahr sah, als Bruce Dickinson und Adrian Smith die Band verließen. Die Erfolgswelle im Jahr 1988 mit Monsters Of Rock und Maiden England verlangte nach einer längeren Pause. Adrian Smith war erschöpft, fühlte kreative Differenzen und verließ Iron Maiden. Janick Gers wurde verpflichtet, den Bruce Dickinson schon länger kannte. 1990 erschien das Album No Prayer For The Dying. Vielleicht hing es mit Janick Gers zusammen, dass der progressive Pfad zu Gunsten eines härteren verlassen wurde. Die Single Bring Your Daughter… To The Slaughter“ entwickelte sich zur K-Nummer-1-Single. 1992 wurde Fear Of The Dark publiziert, was in UK auch Platz 1 erreichte. Der gleichnamige Titelsong ist bekanntermaßen ein Klassiker geworden. Trotz dieser Erfolge mehrten sich interne Spannungen, vor allem bei Bruce Dickinson, der sich stärker auf Soloprojekte konzentrierte und schließlich 1993 ausstieg. Blaze Bayley wurde neuer Sänger wurde. Dessen Albumdebüt war dann 1995 auf The X Factor. Von der Stimmung her düster und introspektiv. Man könnte schließen, dass es ein Spiegel der persönlichen Krisen Steve Harris' in dieser Zeit ist. Als erste Belastung könnte die Trennung von seiner Frau zählen, die zweite, die Abgänge Bruce Dickinsons und Adrian Smiths. Obwohl Ersatz für beide gefunden wurde, sind die beiden elementar für den bis dato erreichten Erfolg. Steve Harris ist der Gründer von Iron Maiden, es ist damit - wie geschrieben - sein Lebenswerk. Die dritte Belastung könnte aus der Fragestellung "Quo vadis Iron Maiden?" resultieren, denn klassische Heavy Metal Spielarten waren Anfang der 1990er nicht mehr nachgefragt. Metallica "verrieten" ihre Wurzeln durch Load und Re-Load, es gibt Manowarmitglieder, die den Stil Grunge bis heute verfluchen. Grunge war megaangesagt, keine Nietengürtel und Kutten, dazu breitete sich Nu-Metal aus. Eine Konsequenz von letzterem mögen die schwachen Verkaufszahlen von The X Factor gewesen sein. Die Nachfrage nach Konzerten blieb hoch (vielleicht wegen der Show), auch wenn Blaze Bayleys tiefere Stimme polarisierte.  Das 1998 erschienene Album Virtual XI ereilte auch eine verhaltene Rezeption und hinter den Erwartungen zurückbleibende Absatzzahlen. Allerdings wurde der Song The Clansman von diesem Album ein Klassiker. Einer geht, zwei kommen. Blaze tiefere Stimme führte zu wachsenden Problemen und Verlust der Akzeptanz durch die Fans. Die Band, respektive Steve Harris, zeigte die Initiative bei der Ansprache Bruce Dickinsons. Der schlug vor, auch Adrian Smith wieder zurück in die Band zu holen. Den Fans fehlte die alte Magie, die die klassische Besetzung verkörperte. Janick Gers blieb bekanntermaßen Mitglied, so dass sich mit drei Gitarristen nun noch mehr Klangfarbe auf der Palette gebildet hat. 1999 markiert das Jahr des Neuanfangs. Die Reuniontour brachte enorme Resonanz und bei Iron Maiden kehrte Ruhe ein, weil sich eine rosige Perspektive für die Band ergab. 

Teil 4, der offene Schlussakt, beschreibt die Zeitspanne von der Jahrtausendwende bis heute, also berücksichtigt die Tournee und das aktuelle Studioalbum Senjutsu, in der Diskographie Album Nr. 17, erschienen 2021. Es heißt in dem Kapitel, Iron Maidens Erfolgsrezept sei due Balance von Tradition und Innovation, sichtbar in Eddie, Best-of-Alben und spektakulären Tourneen. Die Rückkehr von Bruce Dickinson und Adrian Smith läutete eine neue Ära ein, die auch durch den Produzenten und Toningenieur Kevin Shirley geprägt ist, der Aerosmith, Mr. Big, Joe Bonamassa zu seinen Kunden zählt. Das Album Brave New World - Übrigens mein wirklich aktiver Einstieg bei Iron Maiden, als ich die CD von einem Freund geschenkt bekam. Fünf, sechs Jahre vorher hörten wir uns im Religionsunterricht Number Of The Beast an. Die These, dass das Lied den Satanismus fördere, wurde verworfen. Zudem wurde 666 als Chiffre für Kaiser Nero und die Johannes Offenbarung als Beschreibung der Christenverfolgung im Römischen Reich angeboten. - verband klassische Stärken mit frischem Sound und etablierte Iron Maiden im neuen Jahrtausend. Die anschließende Tour mit Highlights wie Rock in Rio 2001 (auch als Album veröffentlicht) bewies die Bedeutung Iron Maidens auch im neuen Jahrtausen und zog riesige Menschenmengen an. Iron Maiden gaben Benefizkonzerte für den erkrankten Ex-Drummer Clive Burr und zeigten damit Zusammenhalt und Solidarität. 2003 erschien Dance Of Death, Paschendale ist hier beispielhaft für ambitionierte Songs zu nennen (Das Album sparte ich aus, das war mir etwas zu 'künstlerisch'). Die Bandklassiker wurden z. B. durch Retro-Tourneen wie Eddie Rips Up The World vor alten und neuen Fans aufgeführt. 2006 wurde A Matter Of Life And Death auf den Markt gebracht und zeigte Iron Maidens kompromisslose Kreativität und polarisierte durch die Konzerte. Die Fans mochten das Livefeelings des Studioalbums, was wirklich so gut wie keine Overdubs und kaum Postproduction erhielt. Die Fans störten sich, dass das gesamte Album auf den Konzerten gespielt wurde, nicht aber die geliebten Klassiker. Was wären Iron Maiden ohne ihren fliegenden Frontman? Mit der Ed Force One und der Somewhere Back In Time Tour erorberten sie musikalisch die Welt. Der Film Flight 666 konservierte und fasst die Eindrücke zusammen. Der nächste Studioaufenthalt führte zur Produktion des Albums The Final Frontier im Jahr 2010. Es stürmte in die Chartspitzen, und erstmals in der Bandgeschichte schafften sie eine US-Top-5-Platzierung. Fünf Jahre vertrichen bis zum Album The Book Of Souls, Iron Maidens erstes Doppelalbum. Dream Theater würden müde lächeln (die allerdings als Official Bootleg The Number Of The Beast eine Hommage an Iron Maiden hinterließen), aber für Iron Maiden war das 19-minütige Epos Empire Of The Clouds schon außergewöhnlich. So befriedigend der Banderfolg auf der einen Seite war, das Schicksal meldet sich immer wieder ungefragt. Bei Bruce Dickinson wurde Krebs diagnostiziert, der bis heute erfolgreich behandelt worden zu sein schein. Genesen und voller Energie meldete er sich dann wieder zurück.  Man tourte wieder, diesmal im Rahmen der Legacy Of The Beast Tour, die Musik, Comics und Videospiel zu Iron Maidens aufwendigster Show machte. 2021 - während der weltweiten Corona-Phase -  brachten sie das aktuelle Studioalbum Senjutsu heraus, das weltweit Spitzenpositionen erreichte. Nachdem alle Kontaktbeschränkungen irgendwann aufgehoben wurden, ging man mit der Future Past Tour auf die Bühnen der Welt. Die Setlist mischte Senjutsu mit Klassikern von Somewhere In Time. Als Besonderheit wurde erstmals Alexander The Great live gespielt. Euphorie auf der einen Seite, Bestürzung auf der anderen Seite. 2024 starb Paul Di’Anno, Fans und Band waren tief betroffen. Dann führte der erlittene Schlaganfall für Nicko McBrain zum Entschluss, sich nach 42 Jahren Taktgebung für Iron Maiden zurückzuziehen. Steve Harris dürfte diese Entwicklung ohne Sorgen um sein Lebenswerk ertragen haben. Aus seinem Nebenprojekt British Lion rekrutierte er Simon Dawson für die Nachfolge Nicko McBrains. Während das Buch noch im Futur ist und zum 50-jährigen Jubiläum eine gigantische Welttour ankündigt, begann sie bereits im Mai 2025 in Ungarn und endete Anfang August in Polen. Die Auftrittsübersicht auf der bandeigenen Homepage zeigt, dass man sich 2025 ausschließlich in Europa aufhielt. Die bislang für 2026 zwischen Mai und Juli gesetzten Termine sind auch allesamt in Europa. Den Begriff Welttour würde ich anders fassen. 
 
Das Schlusswort hat Bruce Dickinson. Er reflektiert Iron Maidens Weg von bescheidenen Anfängen bis zu weltweitem Erfolg, ohne dass Ruhm oder Gier der Antrieb gewesen seien. Das Selbstverständnis der Band sei eine Art imaginäres Theater zu sein, mit dem große Geschichten erzählt werden konnten (Hier sehe ich eine große Nähe zu Genesis mit Peter Gabriel als Frontman.). Trotz unermüdlicher Arbeit und vieler persönlicher Höhen und Tiefen blickten sie lieber nach vorne als zurück. Die Geschichte der Band wird als fortlaufende Oper beschrieben, deren Ende offenbleibt. Am wichtigsten sei dabei die Kraft der Phantasie, die Iron Maidens Vermächtnis über Generationen hinweg lebendig halten soll.

Als Komplettzitat der Dank der Band mit Nicko McBrain ohne Simon Dawson: 
"Wer hätte das gedacht? 50 Jahre. Wahnsinn! Was 1975 im Londoner East End begann, ist so viel größer geworden, als wir es uns je hätten träumen lassen. Klar, wir haben hart dafür gearbeitet, sind durch Höhen und Tiefen gegangen – und haben doch immer versucht, positiv zu bleiben und nie den Glauben zu verlieren. So stehen wir bis heute im Leben. Dieses Buch zeichnet unsere Reise nach. Eine Reise ohne Kompromisse. Unser Dank gilt unseren Familien, Freunden, ehemaligen Bandkollegen, Rod, Andy, der Killer Krew, dem Büro und allen, die fünf Jahrzehnte von Blut, Schweiß und Touren an unserer Seite standen. Ihr wart unsere verlässliche Stütze auf dieser Reise. Wie wichtig ihr für uns gewesen seid, kann man gar nicht hoch genug schätzen. Ohne euch hätten wir 50 Jahre Iron Maiden nie geschafft. Ein ebenso großer Dank geht raus an unsere Fans in aller Welt: Eure Treue, eure Energie, eure Begeisterung und Leidenschaft haben uns durch jede Tour, durch jedes Album, durch jeden noch so schweren Moment getragen. Unser Buch ist auch euer Buch. Ein Hoch auf euch! Come on you Irons! – Steve, Bruce, Dave, Adrian, Janick & Nicko" [Iron Maiden, S. 352]

Welche Wirkung hinterlässt der Bildband bei mir? Es ist für jeden und jede was dabei. Flugzeugliebhaber freuen sich über die Beschreibungen der Linienmaschinen, die Bruce Dickinson als Luftbusfahrer nutzte, Musiker über die Beschreibungen von zig Gitarren, Bässen, Schlagzeugen. Die Alben werden alle beschrieben, Artwork. Die Bühnenbilder und die nötigen Entwürfe. Der ganze Merch, die vielen T-Shirts, Abbildungen von Kutten. Iron Maiden sind ihrem Stil treu geblieben, trotz Widrigkeiten. Ihnen ist sicherlich zu Vorteil geworden, dass ihre Bühnenshows aufwändig waren und sind, dabei aber nie von einer minderen musikalischen Qualität ablenken sollten, sondern vielmehr die Musik und die Lyrics ergänz(t)en. 
Im Gegensatz zu einer deutschen Band mit 31 Dienstjahren, die für gigantische Bühnenproduktionen bekannt ist, blieb eine richtige Kontroverse, die auch noch an der Fußsohle sesshaft wurde, bei Iron Maiden aus. Die Band ist absolut positiv besetzt, die Person die im Pub sofort von allen gemocht wird, weil sie gleichermaßen vom Intellektuellen verstanden werden kann als auch von der schwachen Kerze auf der Torte, die die Energie der Band liebt. 
 
Der Bildband portraitiert in Wort und Bild eine der einflussreichsten Heavy Metal Bands, die ein Beispiel dafür ist, dass Musik Menschen auf der ganzen Welt unabhängig von Bildung, Vermögen, Erziehung, Hautfarbe, Religion, Alter usw. erreichen und vereinen kann. Der Bildband zeigt die ganze Vielschichtigkeit von Iron Maiden. Absolut gelungen und lohnenswert. 
 
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