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AViVA - Eyes Wide Shut

VÖ: 21. November 2025   •   Label 
AViVA ist die Australierin Aviva Anastasia Paynem, die 2019 in Los Angeles ihre Zelte aufschlug, um fortan von dort aus Musik zu machen. Eyes Wide Shut ist ihr sechstes Album und wird mit dem folgenden das Sujet einer cyber-futuristische Gesellschaft bedienen. 
Ich meine, dass im Mai 2025, spätestens im Sommer dieses Jahres Eyes Wide Shut in der Redaktion landete. Nach einem kursorischen Anhören meldete ich meine Reviewübernahme an und legte das Album in den Arbeitsvorrat. War ja noch viel Zeit bis VÖ. In groben Zügen geht es lyrisch - eingebettet in das futurische Setting - um höchst zeitlose Sachverhalte. Nämlich das wahre und das virtuelle Selbst. Wahrhaftigkeit und Rolle. Und das gilt auch für uns in der Redaktion, die wir im wahren Leben mit Berufen unseren Lebensunterhalt verdienen. Und das auch dazu führt, dass man VÖ Termine nicht rechtzeitig bedienen kann, weil man sich im staatlichen Auftrag als unauffälliger Handlungsreisender in ein Land im Krieg begibt und dort erlebt wie eine Gruppe Marschflugkörper einer völkerrechtswidrig den Krieg gestarteten Kriegspartei mit Gefechtsköpfen von jeweils ca. 400 kg über einen rüberfliegt, um in einer anderen Stadt (ziviles) Menschenleben zu nehmen und Zerstörung herbeizuführen. Auch ist bedrückend und macht nachdenklich auf der Landreise an den Aufenthaltsort an vielen Friedhöfen vorbeizufahren und die die frischen Soldatengräber zu sehen oder an Straßen die vielen Stelen von den Söhnen und Töchtern der Ortschaften, die im Verteidigungskampf ihr Leben ließen. Die virtuelle Welt erlaubt immer den Neustart - ist in der realen Welt das Leben vorbei, gibt es keine neue Chance. Ausgelöscht. Die bloße Erinnerung für Angehörige.
Insofern ist das Album AViVAs für mich eine gute Begleitung der Reflektion der Eindrücke. AViVA setzt sich in den zehn Songs mit den Sachverhalten Außenseitertum, Selbstschutz und emotionale Mauern, Gruppendruck und Individualität, Mut in schwierigen Zeiten, Selbsttäuschung, Verstecken von Problemen, Abgrenzung gegenüber selbstverliebten Menschen, dem Missverstanden werden, Überforderung und Erschöpfung und der Kraft und Schwierigkeit von Vergebung auseinander. 
Musikalisch ist das Elektro, an anderer Stelle Alternative Metal, manchmal Dur, manchmal Moll. Der gemeinsame Nenner ist die schöne Stimme Avivas.
Vor dem Fazit sei noch angemerkt, dass wiederholt homophobe Äußerungen aus Richtung Management und Künstlerin dazu führten, dass nun eigenverantwortlich der Vertrieb/die Vermarktung durchgeführt wird. Somit erscheint die Künstlerin und ihr Umfeld zweifelhaft bezogen auf Wahrhaftigkeit und Rolle. Wer im wahren Leben homophob ist... 

Fazit: Grundsätzlich finde ich die Musik für sich genommen hörenswert, jedoch wird der Eindruck, ähnlich wie seinerzeit bei Kanonenfieber, sehr gedämpft durch Begleitumstände (Bei Kanonenfiebers Livealbum war es explizit keine Homophobie!). 

 
 
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