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Phantom Corporation - Time and Tide

VÖ: 12. Dezember 2025   •   Label  Supreme Chaos Records
Es scheint, als machen die Nordlichter langsam ernst(er) – gut so.

In den ersten sieben Jahren haben die PHANTOM CORPORATION nur zwei EPs und zwei Splits rausgebracht und nun zwei Alben innerhalb von gut zwei Jahren. Auch live sind die Jungs wesentlich aktiver und nebenbei auch immer eine Bank, wie sie erst neulich beim Necromania Festival unter Beweis gestellt haben.

Diese höhere Schlagzahl geht zum Glück nicht auf Kosten der musikalischen Qualität. Auch wenn eine Prise weniger Thrash enthalten ist, sollten alle, die den Vorgänger ´Fallout´ geschätzt haben auch mit dem aktuellen Langeisen sehr zufrieden sein.

Die Basis des Sounds ist für mich immer noch Crust. Ein Problem dieses Genres ist, dass mir viele Bands mit der Zeit zu eintönig werden, das ist und war bei PHANTOM CORPORATION nicht der Fall. Im Vergleich zu anderen Crusties sind die Songs hier doch länger, die Mehrheit hat eine Spieldauer von um die 4 Minuten oder sogar länger. Daran wird schon deutlich, dass auch Soli ihren Platz haben, die wissen in der Regel auch zu gefallen, lediglich bei ´Sorcerer´ wird es mir ein bisschen zu lutschig. Aber keine Angst, mit Tracks wie ´Krokodil´ (nein, zum Glück keine Schni Schna Schnappi Coverversion) oder ´Crisis´ gibt es auch kompakte Abrisse. Obwohl die Tracks immer im Genre-Rahmen bleiben, klingen sie sehr unterschiedlich und haben einen Wiedererkennungswert. Das liegt auch an den Hooklines, die sich schnell in der Hirnrinde festbrennen. Hört euch als Beispiel mal ´Up To The Hilt´ an. Und der Titeltrack bietet von der Gitarrenarbeit außergewöhnliche Passagen.
Drummer Mark treibt die Songs auch auf dem neuen Album nach vorne, man hört, dass er auch schon in so mancher Death Metal Band getrommelt hat. Und Shouter Leif klingt weiterhin schön gallig, dadurch dass er etwas tiefer „singt“, wird es nie hysterisch oder nervig.

Soundtechnisch fällt positiv auf, dass der Bass nicht nur beim Beginn von ´Dead Of Night´ mehr Platz im Sound bekommen hat. Ansonsten klingt die Scheibe, wie es sich für diese Art von Mucke gehört: kraftvoll, aber mit etwas Schmutz, sowie Ecken und Kanten.

Wer mehrdimensionalen Crust sucht, der nie das nötige Galle- und Aggressionslevel vermissen lässt, ist bei PHANTOM CORPORATION weiterhin goldrichtig aufgehoben.

Noch ein Tipp für alle Kurzentschlossenen: Am 12.12. ab 17h stellt die Band das Album live bei Hot Shot Records in Bremen vor. Der Eintritt ist frei.
Phantom Corporation - Krokodil (Music Video)
 
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