Adrenaline Rush – Adrenaline Rush
Und auch optisch fühlt man sich in die farbenfrohen, Haarspray vernebelten 90er zurückversetzt, zeigt sich Frontfrau Tave Wanning im Video zu „Change“ doch als rockende Kreuzung aus Steven Tyler und „Rock of Ages“ Protagonistin Sherrie. Auf jeden Fall erleben wir mit der blonden Schwedin, die zuvor beim schwedischen Pop-Duo PEACHES erfolgreich war, die Rückkehr der im Schritt geschnürten hautengen Lederhose. Dies war ja damals eher das modische Metier solcher Bands wie POISON, WARRANT, GUNS’N’ROSES & Co. So oder so, die 22jährige macht ihre Sache aber wirklich gut, auch wenn mir die z.T. recht rotzige Stimme anfangs stellenweise zu quäkig war.
Mit Songs wie „Black’N’Blue“ steigt die Band jedenfalls gleich mit einem richtig dreckigen Hardrocker ein. Und bis zum etwas langsameren „When We’re Gone“ wird auch weiterhin mindestens so viel Dampf gemacht wie in Kollege Lisons Waschküche. „Want it all“ überzeugt durch einen eingängigen Refrain und so nach und nach hört man sich richtig in die Scheibe rein. Und am Ende hat man mit „Hit You Like A Rock“ auch noch einen oberamtlichen Rausschmeißer platziert.
Tave Wanning und Produzent Erik Martensson (ECLIPSE, W.E.T.) haben auf jeden Fall eine ganze Reihe kerniger, energiegeladener Hardrocker auf CD gebannt. Wer der heimischen POISON, DANGER DANGER, CRAZY LIXX, MÖTLEY CRÜE Sammlung mal eine Pause von der Heavy Rotation geben möchte, der findet in ADRENALINE RUSH eine adäquate Alternative. Ich empfehle den Konsum des Debüts bei blauem Himmel und Sonnenschein – dazu könnte möglicherweise ein Erfrischungsgetränk und Grillgut gereicht werden. Und im Anschluss schau ich mir nochmal „Rock of Ages“ auf DVD an.
Mehr Dampf als ein Fön in der Badewanne, mehr Melodie als Kollege Lison auf der singenden Säge, mehr Sexappeal als alle Kussmundbilder von Brat Michaels zusammen und mehr Energie als das Duracell-Häschen: das sind ADRENALINE RUSH!