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Alcatrazz – Re-Releases

VÖ: 19. Januar 2014   •   Label:  Metal Mind

Erster (damals noch un-)bekannter Weggefährte wurde der schwedische Flitzefinger Yngwie Malmsteen, der sich nach seiner STEELER Zeit nach einem neuen Betätigungsfeld umsah. Und flugs erschien noch im selben Jahr das Debüt der Band. Heute wie damals wurde das bekannte Süppchen á la RAINBOW, DEEP PURPLE & Co aufgekocht und das Debüt bietet gutklassigen Hardrock.

Noch bevor sich Malmsteen aus dem Staub machen konnte, um fortan als zunehmend exzentrischer Gitarero einem gewissen Herrn Blackmore in Sachen Spielkunst und Zickigkeit Konkurrenz zu machen, wurde im Nakano Sun Plaza in Tokio noch schnell ein erstes Livealbum aufgenommen. Mit zwei Instrumentals und dem RAINBOW Klassiker „Since You’ve Been Gone“ blieb eine recht übersichtliche Playlist über und der recht matschige Sound trägt auch nicht gerade dazu bei die Scheibe in den Olymp der besten Livealben aller Zeiten zu hieven.

Kommt Zeit, kommt Rat und mit viel Glück auch Steve Vai. Mit Vai konnte Graham einen weiteren Gitarrenvirtuosen in seine Mannschaft holen. Doch auch für Vai blieb ALCATRAZZ bekanntlich nur eine Zwischenstation, denn bereits nach „Distrubing The Peace“ sattelte er seine sechs Saiten und heuerte bei DAVID LEE ROTH und schließlich bei WHITESNAKE an, nur um dann ebenfalls als Sologitarrist und Freund schriller Farben von sich Reden zu machen. Doch bevor es soweit kam, drückte er dem Album seinen Stempel auf, denn er war bei allen Songs des Albums am Songwriting beteiligt. Aus heutiger Sicht kann man wohl sagen, dass die Musik des Zweitwerks für die Frisuren einiger Beteiligter mehr als entschädigt.

Der dritte Streich folgt so gleich. Ex-ALICE COOPER Klampfer Danny Johnson machte sich auf, das Erbe seiner fingerfertigen Vorgänger anzutreten. Das dritte und bislang letzte Studioalbum der Amis ist 1986 erschienen und trägt deutlich den Stempel der 80er Jahre. So klingen Songs wie „Undercover“ fast nach einer Mischung aus „Flashdance“, einem Miami Vice Soundtrack und hartem Rock. Denkt man sich den teils schwülstigen Keyboardteppich und die elektronischen Drumssounds mal weg, so sind „It’s My Life“ oder „Dangerous Games“ gar keine schlechten Songs.

Graham Bonnet hat mit der MICHAEL SCHENKER GROUP und vor allem später bei Impellitteri gezeigt, dass er erst dann zur Höchstform aufläuft, wenn ihm seine Mitspieler aus dem Hintergrund ordentlich in den Hinter treten. So verhält es sich auch bei ALCATRAZZ und so bleiben die ersten beiden Scheibe auch 30 Jahre nach ihrem ursprünglichen Erscheinungsdatum das Aushängeschild der Band, die seit 2007 wieder aktiv ist und angeblich auch an einem neuen Album werkeln wollte. Metal Mind haben die alten Scheiben in bekannter Manier aufgehübscht und in nette Klappcover gesteckt und mit einigen Bonussongs aufgepeppt.

Für Freunde von Graham Bonnets kratziger Stimme und für Anhänger des Schwiegermutter-verträglichen 80er Jahre Hardrock kommen mit den vier Wiederveröffentlichungen ein paar lohnenswerte Investitionsobjekte wieder auf den Markt.

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