Wer ruhigeren Tönen (im Verhältnis zu der hier sonst besprochenen Musik) nicht abgeneigt ist, kann eine recht abwechselungsreiche CD vorfinden. Amartia bemühen sich dabei, allerlei Einflüsse zu kombinieren, sowohl musikalisch, als auch gesanglich. So sind die Songs untereinander recht verschieden, tlw. mit harten Riffs versehen, aber auch ruhige Klavierpassagen und Synthie-Spielereien werden dargeboten. Stellenweise schleichen sich auch einige poppige Elemente ein, die jedoch nicht wirklich stören, da man sich qualitativ doch deutlich darüber bewegt. Gesanglich dominiert natürlich die, übrigens sehr angenehme, Stimme der Deutschen, die dem Album durch den Einsatz von gleich drei Sprachen (Französisch, Englisch, Deutsch) einen interessanten multikulturellen Anstrich verleiht und vom Stil her entfernt (!) an Tori Amos erinnert. Stellenweise schleicht sich jedoch in den einzelnen Songs eine gewissen Länge ein, manche Passagen wirken dann doch überflüssig. Gerade der Song „Surprends-moi“ wirkt wie einmal zuviel umgerührt.
Die Band versucht mit ihrer Mischung aus Rock, vereinzelten Metalriffs und einer Menge Ideenreichtum plus Experimentierfreude ihren eigenen Stil zu finden. Eine durchaus schwierige Aufgabe, die mit „Marionette“ dennoch gelungen ist, wenn das Ergebnis auch nicht vollständig rund ist und vereinzelt schwächelt.
(Rouven Hehlert)
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