ANTI-FLAG standen ein ums andere Mal in der Kritik, z.B. da sie trotz ihrer antikapitalistischen Songs und Statements bei RCA Records unterschrieben haben. Und auch jetzt wird „A Document of Dissent: 1993-2013“ nicht nur von einem erlauchten Kreis im Untergrund lebender Punks zur Kenntnis genommen, sondern durchaus vom Establishment der „Popkultur“ (MTV & Co) hofiert. Insofern sitzen die Jungs aus Pittsburg also irgendwie zwischen den Stühlen – fast wie der Kollege Kersten, der ja im tiefsten Inneren auch Punk ist, dies aber mit Armani-Jeans kaschiert.
Dessen ungeachtet werden die musikalischen Chaos-Tage mit „Die for the Government“ gleich gebührend eingeleitet. Und man darf wohl festhalten, dass das ebenso schlichte wie eingängige Statement „Die for your country. That’s shit!“ auch 18 Jahre nach Erscheinen des Debüts nichts von seiner Richtigkeit eingebüßt hat. Im Gegenteil.
Während RISE AGAINST mittlerweile Punkrock auf Bravo-Niveau spielen, haben ANTI-FLAG mit ihrem letzten Studioalbum „The General Strike“ gezeigt, dass sie noch ordentlich Pfeffer im Hintern haben. Nachzuhören ist dies am Ende der vorliegenden Compilation. Zwar hätte für mich eher „Ranks of the Masses rising“ als „This ist he new sound“ auf die Best of Scheibe gehört, aber Geschmäcker sind ja nun mal unterschiedlich. Grundsätzlich überzeugt die Playlist jedoch mit einer Reihe wirklich hervorragender Songs, wie z.B. „911 for Peace“ oder „Turncoat“.
„A Document of Dissent: 1993-2013“ ist ein eindrucksvolles Dokument amerikanischen Polit-Punks mit richtig guten Songs. ANTI-FLAG dokumentieren mit den 26 Songs, warum sie vollkommen zu recht an der Spitze des Genres stehen.
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