Wenn man sich mit dem Werdegang von Bands wie KATATONIA und OCTOBER TIDE beschäftigt hat und darüber hinaus über die Gewogenheit zu THE CURE überaus anfällig für atmosphärische, nachdenkliche Melancholie ist, dann ist es auch nicht weiter verwunderlich, sich mit dem Album "Enūma Eliš" von APOA auseinanderzusetzen, einem Trio, das sich dem Post Metal ohne Gesang verschrieben hat.
Und wenn man nichts von der Heimatstadt Dresden wüsste, würde man die Provenienz sicherlich irgendwo in Skandinavien verorten, wo die mitunter schier endlose Landschaft, die kurzen Tage und die harten, frostigen Winter eine tiefe Wehmütigkeit hervorbringt, der herausragende Bands wie INSOMNIUM, SIGUR ROS oder GHOST BRIGADE Ausdruck zu verleihen vermögen.
Natürlich machen APOA jetzt keinen melodischen Death Metal, aber die Soundlandschaften, die sich in jedem ihrer sieben Songs erschaffen haben, versetzen einen aufgrund ihres hypnotischen und sphärischen Charakters nahezu in den Zustand der Schwerelosigkeit, die einen die Widrigkeiten des Lebens für einen Moment vergessen lassen. Dabei treffen immer wieder gewitterartige, explosive und riffige Gitarrenwände auf melancholisch, melodische Leadgitarrenlines, die die Drums vor sich hertreiben und denen der Bass zusätzlich noch ungemein druckvolle Tiefe und Intensität verleiht (z. B. in 'Amos' oder 'Chimaira').
Da finden sich dann in puncto trübsinniger Nachdenklichkeit phasenweise Anspielungen unter anderem auf A PERFECT CIRCLE, die in gekonnter Manier in komplexe und abwechslungsreiche Songstrukturen eingewoben werden ('Näcken'). Und während man sich so durch das Album hört, wird einem auch immer mehr klar, dass man die Vocals nicht wirklich vermisst!
Fazit: APOA legen mit "Enūma Eliš" ein atmosphärisches und hypnotisches Postrock-Album mit metallischem Einschlag vor, das mitunter in den Gefilden von A PERFECT CIRCLE wildert, aber in erster Linie durch seine herausragende Soundlandschaften zu überzeugen weiß, auch ganz ohne Gesang oder gerade deswegen!