Es gibt jedoch auch Unterschiede bei diesen Bands. Es gibt Bands, die sich im Laufe der Zeit verändert oder auch weiterentwickelt haben und entweder man selbst macht diese Veränderung mit und bleibt Fan oder aber man gibt sich mit den älteren Platten zufrieden und verfolgt die Neuerscheinungen gar nicht mehr so sehr. Im Gegensatz dazu aber gibt es aber auch Bands, die sich selbst treu geblieben sind, die ihrem Weg folgen und deren Neuerscheinungen einem genauso gut gefallen wie die guten alten Platten. BOYSETSFIRE ist eine solche Band. 1994 gegründet kann die Posthardcore Band auf so manche Alben, Touren, Erfolge aber auch Rückschläge zurückblicken. Auch wenn es zwischenzeitlich ruhig um die Band wurde und 2007 sogar die Bandauflösung bekannt gegeben wurde, habe sich BOYSETSFIRE 2010 wieder zusammengerauft und ihre Reunion gefeiert. Aus meiner Sicht hat die Musikwelt mit dieser Reunion eine der besten Bands ihres Genres zurückgewonnen. Schließlich dreht sich das 2006er Album „The Misery Index“ noch regelmäßig mit größter Beliebtheit auf meinem Plattenteller. Aber auch das aktuell herausgebrachte, selbstbetitelte Album steht den alten Werken in nichts nach. Die Band sagt selbst über sich, dass sie mit viel positiver Energie wie Phönix aus der Asche auferstanden sind und dem kann ich nur zustimmen. Das 13 Song starke aktuelle Album ist – wie wir es in guter alter BOYSETSFIRE-Manier gewohnt sind – geprägt von einem Mix aus Mid- und Up-Tempo-Songs, die sich allesamt durch den unverkennbar berührenden und gleichsam so mitreißenden Gesangs von Frontman Nathan Gray auszeichnen. Wer die ruhigere Schiene bevorzugt ist mit Songs wie ‚Cutting Room Floor‘, ‚Fall From Grace‘, ‚Ordinary Lives‘ oder auch ‚One Match‘ gut versorgt. Aber auch schnellere Songs im Stil von ‚Final Communiqué‘ kommen mit ‚The Filth is Rising‘, ‚Heaven Knows‘ oder dem Opener ‚Savage Gold‘ nicht zu kurz.
Ehrlich gesagt war ich mir nicht sicher, was mich mit dem neuen BOYSETSFIRE-Album erwarten würde! Hat man doch schon so manch böse Überraschungen mit Bands erlebt, die man einst so mochte. Nach dem zweiten Song war mir jedoch klar, dass diese Platte bis zum Ende durchlaufen würde. BOYSETSFIRE schließen nahtlos dort an, wo sie mich schon in meiner Jugend begeisterten. Auf manche Bands ist eben einfach verlass. Und wem es nicht reicht, die Jungs auf Platte zu hören, der sollte sich schnell ein Ticket für die Herbsttour mit Zwischenstopps in Hamburg, Berlin und Leipzig sichern.