Auch auf dem neuen Longplayer „Incendium“ (lat. für Feuer, Brand) wird melodischer Death Metal zelebriert, und zwar gespickt mit Elementen des Black und Thrash Metals sowie anderen progressiven Einflüssen.
Und dieses Mal wollten die fünf Mannen nicht einfach nur ein „normales“ Album machen, sondern etwas Konzeptionelles. Inspiriert von dem Buch „Fahrenheit 451“ von Ray Bradbury entstand das textuell und musikalische Konzept der Verwandlung einer menschlichen Gesellschaft in eine ungewisse und unwirtliche Zukunft.
Die dreizehn Songs bestechen durch eine ungemeine Vielfalt, die natürlich den vielen Stileinflüssen geschuldet ist. Das Thrash-Metallige verleiht den Tracks eine ungeahnte Dynamik und Kraft ('The nightly horror'), das mitunter leicht doomige Death-Metallige in Form von herausragenden Riffs und düsteren Melodien ('Peculiar') sorgt für eine verhalten optimistische Atmosphäre und Stimmung, das Black-Metallige ('Fatal accident') erschafft zudem immer wieder dunkelste höllenähnliche Stimmungsinseln.
Ungemein vielfältig sind die Vocals, die zwischen herausragendem tiefsten Gegrowle, etwas weniger gefälligem Gekrächze und den gefühlvollen klaren Vocals variieren. Auch die Songstrukturen sind äußerst vielfältig und überraschen immer wieder durch unerwartete Wendungen. Daneben gibt es wiederholt instrumentale Ruheinseln.
Fazit: Ein überaus gelungenes zweites Album, das auf Grundlage der melodischen Spielart des Death Metal gekonnt und organisch mit Black und Thrash Metal jongliert und das dadurch und durch die textliche Konzeption eine ungeahnte Tiefenwirkung entfaltet.

(c) Burial Vault