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Bush - Man On The Run

VÖ: 16. Oktober 2014   •   Label:  Sony Music

BUSH, die Band von Gavin Rosdale, legt drei Jahre nach dem doch sehr beachtlichen "The Sea Of Memories" ein neues Langeisen vor, nämlich "Man On the Run". Nun sind die Mannen von BUSH ja auch nicht mehr die Jüngsten, gibt es die Band mit einigen Jahren Unterbrechung doch schon seit 1991. Und so kann man wohl auch nicht mehr erwarten, dass auf dem Album solche einzigartigen Killersongs wie 'Greedy Fly' oder 'Warm Machine' zu finden sind. Man ist eben keine sechzehn Jahre mehr.

Stattdessen kommt der Sound etwas gemächlicher, gereifter daher. Charakteristisch bleibt natürlich die unverwechselbare Stimme des Frontmanns, ebenso die Alternative-Rock-Riffs mit typischen Bush-Wiedererkennungswert ('Just Like My Other Sins' sowie 'Man On the Run'), aber die frühe Dynamik und Frische ist doch etwas dahin. Entschleunigung ist angesagt. Dafür entwickeln die Songs jetzt eine größere Intensität und intensivere Nachdenklichkeit. Das steht den Songs eigentlich ganz gut zu Gesicht, wie man unter anderem bei 'The Gift' beobachten kann, das besonderen Druck und besondere Sphärik durch den druckvoll wummernden Bass im Verein mit der gedämpften Melodiosität entwickelt.

Daneben finden auch immer wieder angeloopte Riffs Eingang in die Songs, ehe soulig kreischende Gitarren und verhaltene Hymnik für ein Mittelmaß an Melancholik das Regiment übernehmen. Die Zeiten des überschwänglichen Enthusiasmus sind ein für alle mal vorbei, wenn es sie denn je gegeben hat. Der Variation halber gibt es mit 'Loniless Is A Killer" etwas mehr auf die Ohren, auch wenn es mich entfernt an 'Bullet The Blue Sky' von U2 erinnert. Und da wären wir dann wieder bei dem Einzeiler des Labels. "Man On the Run" ist zuvorderst ein Album, das fordert. Denn es zündet nicht richtig beim ersten Hören. Es braucht einige Durchläufe bei hoher Lautstärke, aber auch dann muss man die soundmäßig angezogene Handbremse mögen. Das Bittere ist nur, dass die Songs vor Anspielungen auf die guten alten Zeiten nur so strotzen ('Dangerous Love').

Kurz: Auf "Man On The Run" sudeln sich BUSH in noch höherem Maße als bisher in Nachdenklichkeit und Niedergeschlagenheit, in Sehnsucht und Trübsinn, in Melancholie und mitunter auch in Beliebigkeit. Das muss man mögen und wird deshalb nicht jedem gefallen. Aber reinhören sollte man auf jeden Fall, wenigstens der alten Zeiten wegen.

 

 

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