Slipknot - 5 The Gray Chapter
Wer selber schon einmal einen Bandkollegen bzw. Freudn verloren hat, kann wohl sicher nachempfinden wie schmerzhaft ein solcher Verlust ist. Und spätestens seit der Performance zu 'Til we die' sieht man, wie emotional das Ganze für die Band ist.
".5: The Gray Chapter" ist nun also das Lebenszeichen und gleichzeitig ein Stimmungsbarometer wie es den Jungs um Corey Taylor geht. Und um eines vorweg zu nehmen: Mit dem Album gelingt der Band ein grandioser Paukenschlag und als Fan kann man sich nur freuen, dass es weitergeht, und die Band nicht in einer emotionalen Versunkung verschwindet.
Mit "XiX" eröffnet das Album auf ungewohnte Weise. Das Intro bort sich förmlich in die Gehörgänge. Zu Anfang spielt nur eine Art Dudelsack und nach und nach setzen weitere Instrumente ein. Dazu eine flehende Stimme Taylors, der förmlich den schmerzlichen Verlust verarbeitet. Den Schluss des Songs bildet ein Paukenschlag und anschließende Leere...
"Sarcastrophe" schließt fast fließend an und eröffnet sehr ruhig. Das ändert sich jedoch im Verlauf und mündet in einem fulminanten Growl-Part in ureigener Slipknot Manier. Das Feuerwerk der Instrumente unterstützt dabei den Gesang und lässt den Song zu einem wütenden Orkan werden.
"AOV" zeigt dann gut die Entwicklung der Band. Man scheut sich nicht vor neuem und schafft ein breites Spektrum zwischen purer Agrression und melodischen Parts.
Bei "The Devil in I" könnte man den Mannen fast Mainstream Charakter vorwerfen, plätschert der Track so munter vor sich hin, und zeigt nur im Refrain seine bissigen Seiten. Aber nach mehrmaligem Hören findet diese Akzentuierung Gefallen.
Auch im weiteren Verlauf warten SLIPKNOT mit einem bunten Strauß extremen Metals auf. Ein Stilmix aus brachialem Shout, cleanen Gesängen und bohrenden Gitarren. Und dabei scheuen sie auch nicht, in doomig-groovende Parts abzudriften.
"Goodbye" sticht noch heraus, da es explizit an Gray erinnert und den Erhalt der Nachricht zitiert. Entsprechend entschleunigt und geradezu melancholisch sind diese 4min 35 angelegt. Auch hier untermauert die Band, wie wichtig Paul Gray in der Formation war.
Mein persönlicher Favorit ist "Cluster" bei dem die Maskierten in herrlicher "Wait and Bleed" Manier über des Höhrer Trommelfell herfallen, als ob es nichts schöneres gäbe. Hier beweisen sie einmal mehr, warum sie ziemlich weit oben im Bereich des Nu-Metal anzusiedeln sind. Ich prophezeihe diesem Lied ziemlich großartige Live-Qualitäten, und freue mich af die Konzerte im Februar 2015.
Was bleibt nach mehrmaligem Durchhören zu sagen? Das Album ist rund, es macht Spaß und zeigt dass man sich niemals vom Schicksal unterkriegen lassen sollte. Es freut, dass Slipknot sich nicht versteckt und zerstreut haben. Und mit ".5: The geay Chapter" zeigen, wo der Hammer hängt. Corey Taylor brilliert an der Gesangsfront: ruhige, cleane Element überzeugen ebenso wie die brachialen Shouts, oder die klagenden Töne in Erinnerung an einen guten Freund. Das Schlagwerk wird nicht mehr von joey Jordison besetzt, was in erster Linie aber nicht sonderlich negativ auffällt. Der Stil ist weitesgehend gleich geblieben, wenn auch etwas dezenter angebracht. Man darf hier gespannt sein, ob es sich wirklich um Jay Weinberg handelt...
Auf jeden Fall ist das Album eine Kaufempfehlung und einen oder mehrere Durchgänge wert. Sicherlich werden die weichen, langsamen Parts den Die Hard Fans nciht unbedingt gefallen, aber die dürfen die Platte dann auch gern weitergeben. Für mich lohnt sich das Album und ich bin auf die Live Umsetzung gespannt...