Mittlerweile dürfte selbst das kleinste, nordsibirische Privatstudio auf einem angemessenen Stand der Technik angekommen sein, der es ermöglicht, ein Schlagzeug nicht so klingen zu lassen, als dresche jemand mit einem stumpfen Spaten auf einen rostigen Gartenzaun ein.
So ist es leider auch bei den Schwarzmetallern von Cerberus, welche mit „Klagelieder – Grabesgesang“ mittlerweile ihr zweites Vollzeit-Studioalbum vorlegen. Nach ein wenig Einhörarbeit kann dieses – wenn man sich am oben genannten, recht „rustikal“ gehaltenen Sound und der Genre-typischen Ästhetik nicht stört – dennoch den ein oder anderen Gehörgang erfreuen. Wie schon angedeutet, bemühen sich die fünfköpfigen Cerberi um ein klangliches Back to the Roots, bei dem sie deutlich mehr Melodie zulassen als so manch andere Schwarz-Kapelle. Das heißt allerdings nicht, dass man hier klimpernde Keyboards um die Ohren gesäuselt bekommt wie bei Dimmu Borgir und Konsorten. Statt dessen hält die Besetzung von Cerberus gleich zwei Gitarren bereit, welche Vokalist Beleths mal hohe, mal dunkle Screams mit kleineren Nebenmelodien unterlegen – subtil und unaufdringlich aus dem Hintergrund. Und eben dieses Zusammenspiel ist es, welches das Album ein Stückchen aus der schwarzen Einheitsgrütze emporhebt und interessant macht. Liebhaber Schallmauern-einreißender Highspeed-Orgien hingegen werden etwas enttäuscht: Allein im „Siegestanz“ zieht man kurzzeitig das Tempo über den Mid-Tempo-Bereich hinaus an.
Alles in allem ist dieses Scheibchen aber eindeutig eines der besseren Black Metal-Alben und stellt eine definitive Empfehlung für all jene dar, die sich nach „altem“ Sound mit melodischeren Einschlägen (zurück-)sehnen. Für mich darf’s allerdings demnächst ein wenig mehr Aufnahmequalität sein – dann klappt’s vielleicht auch mit dem Nachbarn…
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