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Cholane - Caution! Contains Loud Music!

VÖ: 25. Januar 2015   •   Label:  Yellow Snake/Independent

Da muss ich schon ganz schön weit zurückblättern: Mai/Juni Ausgabe 1995 des No Compromise Fanzine. Damals hatten die Hannoveraner gerade mal wieder ihr 92er Demo auf die Bühne des Faust in Hannover gebracht und hinterher noch zum Gespräch mit uns zusammengesessen. Und wenn sich die Jungs damals schon selber attestierten, dass sie für die großen Firmen nicht „outstanding“ genug gewesen sind, dann haben sie sich diese Eigenschaft über die Jahrzehnte bewart – und dies ist positiv zu verstehen. Zwar liegen zwischen „Kickin‘“ und „Caution! Contains Loud Music!“ mehr als zehn Jahre, doch die Herren knüpfen genau dort an, wo sie damals „aufgehört“ hatten: kratzbürstiger, bodenständiger Heavy Rock, der sich irgendwo zwischen THUNDERHEAD und ASTRAL DOORS bewegt, wobei vor allem Sänger Jürgen immer wieder mal an den gurgelnden Gesang des Schweden Nils Patrik Johansson erinnert. Neben CHOLANE hat Jürgen auch mit MOON DOC Scheiben aufgenommen und für THOMSEN am Mikro gestanden. Doch auch der Rest der Band könnte schon bei dem ein oder anderen Metalhead im CD-Regal stehen: Niels Sörenhagen war ebenfalls schon für THOMSEN aktiv, ebenso wie Gitarrist Kai, der aber vor allem auch durch seine Zeit bei SARGANT FURY bekannt sein dürfte. Felldrescher Daniel ist zumindest mir noch aus seiner Zeit bei RENEGADE bekannt, als wir zusammen auf der Bühne standen – allerdings gehört Daniel mittlerweile auch schon lange zum festen CHOLANE Line Up.

Der Albumtitel beschreibt eigentlich bestens, was den Hörer auf dem aktuellen Album erwartet: lauter, rauer Heavy Rock, dessen Wurzeln bis in die späten 70er und in die 80er Jahre zurückgehen. Und ich bin mir sicher, dass Leute wie Henny Wolter und Ted Bullet trotz aller persönlichen Differenzen in der Vergangenheit bei CHOLANE Arm in Arm in der ersten Reihe abrocken würden. Und Songs zum abrocken haben CHOLANE nun wahrlich genug im Programm: „Shake Your Bones“, „Deaf, Dumb band Blinded“, „Eternity“ oder „Streets on Fire“. Ein Highlight der Scheibe ist sicherlich das eingängige „Wicked Man“, welches sich nicht nur durch gute Melodien sondern auch durch sein uhrwerkartiges Riffs in den Gehörgang fräst. Doch natürlich haben die Herren auch ein paar ruhige Töne im Gepäck. Während sich „Get Down“ in dieser Hinsicht noch als „Mogelpackung“ entpuppt, da dem bedächtigen Einstieg ein kraftvolles Riff nach dem anderen folgt. Doch mit „Final Curtain“ gibt es dann doch die wohlverdiente Ballade in der Setlist der Band. Verdammt sei, wer bei dem Song vor der Bühne anstatt des Feuerzeugs das Smartphone mit Lampenfunktion zückt.

Kritiker würden sagen, dass CHOLANE ein Relikt längst vergangener Tage sind, ich nenne sie eher ein Original der Hannoverschen Hard Rock Szene, welches den Test der Zeit mit Bravur überstanden hat. In diesem Sinne: Anschnallen und ab geht die Reise in die Vergangenheit. Ohrstöpsel nicht vergessen, denn mit CHOLANE wird es auch 2015 noch laut, dreckig und heavy!

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