Denn die Mannen um Ben Pakarinen haben sich dem Death Metal verschrieben, der mit Elementen des Black Metal und des Melodic Death Metal angereichert wird.
Und so ist zweite Longplayer von COPROLITH ein gewaltiges Energiebündel, das durch seine ungeheure Dynamik und unbändige Energie zu beeindrucken weiß. Der "Death March" ist nämlich eher ein Rennen, zum Beispiel was die ersten beiden Songs angeht. So wird 'Prelude To Depression' mit Doublebass eingeläutet, kurzzeitig düster melodisch abgebremst, bis dann so richtig Fahrt aufgenommen wird, wobei es immer wieder auch groovige und melancholische Verschnaufpausen gibt. Die Vocals variieren dabei zwischen deathig gegrowlt und blackened gekrächzt. Wer bisher nicht wusste, was sich hinter der Bezeichnung "Blackened Death Metal" verbirgt, der sollte in dieses Album hereinhören.
In 'This Nightmare' ist zunächst der technische Todesmetal vorherrschend, der aber immer wieder von verlangsamter düsterer Melancholie unterbrochen wird. Melodischer Death Metal der Extraklasse, bei dem die Melodik eben nicht übertrieben wird. Eine wahrlich gelungener Song, und zwar von der ersten bis zur letzten Sekunde. Wenn man solche Songs geschrieben hat, dann klappt es auch mit der Nachbarin! Gewohnt kraftvoll, höllisch düster, aber eben auch mit einem hohen Maß an eingängiger Hymnik kann 'For Infernal' brillieren. Wer eher auf brutale Killerriffs steht, der ist mit 'Hate Infected' gut beraten, richtig etwas auf die Ohren gibt es dann mit 'Pleasure Of Pain'.
Für die Klasse des Longplayers haben aber auch allerlei Gäste gesorgt. So waren Mathias ”Vreid” Lillmåns (FINNTROLL), Tor Stavenes (1349, PANTHEON I), Einar ”Eldur” Thorberg Gudmundsson (FORTID, DEN SAAKALDTE) sowie Heljarmaðr , Isengrim, Maugrim (CURSED 13, GRÀ) mit von der Partie. Man kennt sich eben in der Szene und da man "we are all family, man" ist, bringt man auch gemeinsam die Boxen zum Explodieren.
Kurz: COPROLITH haben mit DEATH MARCH ein phänomenales Opus erschaffen, das den Death Metal gekonnt und organisch um blackmetallische und melodisch melancholische Elemente erweitert und sich dadurch schon jetzt einen Platz auf meinem Jahrespoll 2014 erobert hat.