Das Label meint. „niemand hat sich seiner Sache so sehr verschrieben, wie die vier Individuen hinter dem Namen VAMPIRE.“ Na ja, das ist mutig bei einer Band, die erst seit 2011 besteht. Wir werden in 20 Jahren noch mal nachfragen und in der der Zwischenzeit noch mal den Anvil Film schauen, um die Messlatte nicht aus den Augen zu verlieren. Und auch ansonsten wird der Mund voll genommen. So sagt die Band, dass ihr die schwedische Death Metal Szene der frühen 90er „zu viel Groove und zu wenig Atmosphäre“ hatte. Das ist mir unverständlich und etwas undankbar, wo Entombed die Band bereits 1995 in weiser Voraussicht mit dem Roky Erickson Cover „Night of the Vampire“ willkommen hießen. Nun aber zur gebotenen Mucke. Gleich der Opener macht klar, was mein Problem mit VAMPIRE ist. Die Jungs spielen eine wirklich gelungene, düstere Mischung aus Thrash und Death Metal; auch ein gewisser Hellhammer Einfluss ist nicht von der Hand zu weisen. VAMPIRE klingen dabei aber nie staubig, sondern angenehm frisch und bieten mehr als eine Blaupause. Leider machen sie mit der albernen Melodie zur Mitte des Songs die gekonnt aufgebaute Stimmung zu Nichte. Das Gleiche passiert auch bei den exzellent startenden ´Cellar Grave Vampire´. John Nödtveidt von Dissection hat mal gesagt: „Wir sind eine Death Metal Band und machen extreme Musik für extreme Leute. Da kann man in den Texten nicht vom Blumenpflücken erzählen.“ Hier hat der ansonsten oft falsch Liegende Recht. Diese Gleichung gilt natürlich auch in die andere Richtung. Zu Lyrics von Tod und Teufel und einem mystischen Image (die Musiker halten ihre Identität streng geheim) passen keine lila Launebär Melodien. Zum Glück werden diese Melodien in der Folge reduziert und wenn sie wie bei ´Ungodly Warlock´ einen eher schwarzmetallischen Touch haben, passen sie auch besser zu den Songs. Am liebsten sind mir Vampire aber dann, wenn sie wie bei ´Black Desserts´ straight und rockig zu Werke gehen. Der Track sollte den Nacken jeden Metallers in Bewegung bringen. Das folgende ´The Fen´ beweist dann, dass die Band doch Melodien einbauen kann, ohne die Stimmung zu schmälern. Hier sind sie einfach etwas disharmonischer und schwarzmetallischer gehalten – das passt.
Das Debüt macht klar, dass VAMIPE eindeutig das Zeug haben, eine frische Platte mit traditionellen Zutaten raus zu bringen. Für eine wirklich atmosphärisch stimmige Scheibe müssen sie sich aber von ihren netten Melodien verabschieden. Denn diese Musik kann und soll vieles sein, aber nicht nett!
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