Crematory Stench - s/t EP
Es soll ja Leute geben, denen die deutschen Gothic Metaller von CREMATROY stinken, ob CREMATORY STENCH dazu gehören ist nicht bekannt. Vielleicht kennen die Todesmetaller aus den USA die Westhofener auch gar nicht und haben andere Beweggründe für die Namensgebung.
Das aber nur am Rande. Die Jungs aus Orange County hätten es wohl nie zu einer Hauptrolle in OC California gebracht – das spricht für sie. Der raue Old Shool Death Metal hätte die glatten High Society Kids wohl zu sehr verstört.
Bei den Vergleichen im Info könnte man auch noch frühe PESTILENCE und SKELATAL REMAINS anfügen. Wie letztere bestehen auch CREMATORY STENCH aus Jungs mit Latino Wurzeln. Die USA sollten noch mal drüber nachdenken, ob sie den Zaun zu Mexiko nicht doch wieder abbauen, wer weiß wie viele gute Death Metal Bands ihnen entgehen. Aber auch von Musik hat Trump wohl nicht ganz so viel Ahnung...
Nun aber genauer zu den Tracks. Die vier Songs bewegen sich streng innerhalb der Szenegrenzen und erinnern mich an der ein oder anderen Stelle schon an ´Resurrection Absurd´. Da gibt es die klassischen Tempowechsel, die kehligen Vocals und auch ruhige atmosphärische Samples wie die Glocke bei ´Fermented Remains´ finden ihren dezenten Platz, ehe es wieder voll auf die Zwölf gibt. Also alles im grünen beziehungsweise tiefschwarzen Bereich? Nicht ganz. Ich habe den Eindruck, dass der ein oder andere Song noch etwas hätte reifen können. Warum machen Bands nicht wie früher zwei bis drei Demos, ehe die erste Labelveröffentlichung herauskommt? Das hilft den eigene Stil zu finden und das ist bei einem derart überfluteten Markt dringend nötig. DEHUMAN REIGN haben dieses Phänomen belegt. Die wahrlich nicht schlechte EP kam einfach etwas zu schnell auf den Markt. Erst bei dem nun erschienenen ´Ascending From Below´ zeigt die Band ihr wahres Potential. Ich würde es begrüßen, wenn auch talentierte Bands wie ENDSEEKER gute Demos rausbringen und dann mit einem Album einen wirklichen Einstand zu geben. Jetzt kann man natürlich einwenden, dass gerade die hier zum Vergleich genannten MORGOTH und SADISTIC INTENT zu Beginn auch „nur“ EPs veröffentlicht haben. Stimmt, aber es gibt Unterschiede. Zum einen haben die Bands vorher Demo(s) veröffentlicht und zum anderen war die Szene 1990 noch wesentlich übersichtlicher. Es ist wirklich kaum noch möglich den Überblick über die Releases zu bekommen, und da muss eine knapp zwölfminütige EP nicht unbedingt regulär veröffentlicht werden.
Das alles ist aber eher eine grundsätzliche Frage, die nicht davon ablenken soll, dass CREMATORY STENCH hier vier gute Songs an den Start gebracht haben und ich sehr auf Mehr hoffe. Bei dem Potential ist mehr an Masse und noch etwas mehr Klasse sicher drin.