Das Zeug dazu hat er jedenfalls. Denn der Sound vereint in durchaus gekonnter Weise kraftvolle Rockigkeit mit hymnischer Eingängigkeit und einer gehörigen Portion melancholische Nachdenklichkeit, der in seinem Zusammenspiel ungeheuer dynamisch und frisch daherkommt. Das ist sehr schön zu beobachten bei dem Track 'The Burning Number', der fast schon klassische legendäre 80er Rock-Riffs mit emotionaler, zerbrechlicher Melancholie vereint. Hammer!
Scheinbar angeloopte Leichtigkeit trifft in 'Show Me' auf tiefgründige Vielschichtigkeit und entwickelt sich so zu einem sehnsuchtsvollen Schmachtfetzen mit Gitarrensoli, die selbst The Edge von U2 alle Ehre machen würden. Dabei bewegen sich DEAD LETTER CIRCUS bewusst in der Tradition der heimischen Indie-Rock-Szene, die unter Beweis stellt, dass man nicht kreischen muss, um hart zu klingen. Damit heben sie sich soundmäßig bewusst von Bands wie BRING ME THE HORIZON ab, auch wenn die hymnische, düstere Attitüde vieler Songs doch an die Engländer erinnert.
In Puncto Komplexität, Intensität und Dichte gibt es dann aber auch Berührungspunkte mit Bands wie INCUBUS, obschon man natürlich den Songs immer den genuin eigenen Stempel aufzudrücken vermag ('The Lie We Live'). Ähnliches gilt für 'X'. Warum das Genre nach wie vor seine Daseinsberechtigung hat, beweisen die Australier zudem mit dem Song 'Change The Concept': mehr dynamische Spannung und hymnische Power mit einem Hauch melancholischer Sehnsucht geht nicht. Besser bekommen es FEEDER oder JIMMY EAT WORLD auch nicht hin.
Fazit: Die Australier haben mit "Aesthesis" ein überaus gelungenes Alternative-Rock-Album erschaffen, das sich gekonnt im Spannungsfeld von Indie, Classic und Progressive Rock bewegt und durch seine dynamische Härte, seine emotionale Intensität und hymnische Nachdenklichkeit punkten kann. Eine gekonnte Mischung aus dem Sound von INCUBUS, JIMMY EAT WORLD und BRING ME THE HORIZON.