Zum Hauptinhalt springen

Décembre Noir - A Discouraged Believer

VÖ: 08. Mai 2014   •   Label:  FDA Rekotz

Ich will hier aber keine labelinterne Konkurrenz schüren – für gute Bands ist immer Platz. Wenn es um dieses Genre geht, kommen immer die Vergleiche mit der Peaceville Troika bestehend aus Paradise Lost, My Dying Bride und Anathema, die das Genre Anfang der 90er prägten. Diese Bands geben aber nur die grobe Richtung vor. Das ist gut, denn DECEMBRE NOIR verzichten darauf, lediglich eine Blaupause genannter Bands zu sein.
Der Hauptunterschied liegt darin, dass die Thüringer stellenweise schneller als die Briten spielen. Insbesondere bei ´Thorns´ ziehen sie das Tempo an und schrecken auch vor Blastbeat-Passagen nicht zurück.
In aller Regel geht es aber eher in schleppendem Tempo voran. Bis auf wenige akustische Zwischenspiele ist ´A Discouraged Believer´ schwer, düster und verzerrt. Dabei wechseln sich eher rockige Parts mit gelungenen Gitarrenmelodien ab.
Es ist der Band anzuhören, dass sie inzwischen über einige Erfahrung verfügt. Die Wurzeln der Band reichen bis ins Jahr 2008 zurück. So nervig die lange Zeit bis zur Veröffentlichung des Debüts für die Band war, so gut ist sie für den Hörer, denn die Stücke klingen ausgereift. Das ist in Zeiten von Homerecordings bei Debüts ja nicht mehr so oft der Fall.

Was ich an der Platte schätze, ist, dass sie völlig frei von Kitsch ist. Es gibt nur selten und dann unaufdringlich Keyboards beziehungsweise Streicher (´Decembre Noir´) und auch nur dezente female Vocals, die zum Glück nicht zu trällerig daherkommen.

Mir gefallen DECEMBRE NOIR umso besser, je schleppender sie spielen, denn dann steigern sie die Intensität der Songs.
Schade ist, dass die Platte ein so oberflächlich kitschiges Cover bekommen hat. Da wäre mir ein anderes Motiv als das typische Ich-hocke-verzweifelt-und-blutend-in-der-Ecke-eines-usseligen-tristen-Raumes wesentlich lieber gewesen. Im Booklet finden sich wesentlich bessere Bilder.

Alles in Allem bleibt ein überzeugendes Debüt, das allen gefallen dürfte, die auf erdige, fette und gleichzeitig düstere Klänge stehen.

Wir benutzen Cookies
Für einige Funktionen benützt diese Website Drittanbieter Cookies (YouTube/Google) - Lesen Sie mehr darüber in unseren  
Hinweis

Eine Ablehnung wird die Funktionen der Website beeinträchtigen. Möchten Sie wirklich ablehnen?