Down - IV - Part II
Als es Mitte der 90er nach „Far Beyond Driven“ etwas ruhiger um PANTERA wurde, nutzen die Südstaatler die Gunst der Stunde und lieferten mit NOLA ihr Debütalbum ab. Seinerzeit wurde die zentnerschwere Scheibe nicht nur in Fachkreisen abgefeiert, sondern auch im Kreis meiner Grunge-hörenden Kommilitonen bei jeder Gelegenheit durch die Boxen gejagt. Knapp 20 Jahre später liegt nun der zweite Teil des schlicht „IV“ betitelten Albums vor. Viel hat sich nicht geändert, sieht man mal davon ab, dass Pepper Keenan einen neuen Sidekick bekommen hat: Bobby Landgraf. Letzteres agierte bereits in der Vergangenheit als Stage Manager der Band und hatte somit offenbar auch keine Eingewöhnungsschwierigkeiten. Mit ihrer Mischung aus düsteren BLACK SABBATH Riffs, dem 70ies Rock Gefühl á la LED ZEPPELIN und ihrer Southern Rock Mentalität dürfte „Part II“ die Fans der Band nicht enttäuschen. Immerhin sludgen sich die Herren mit ihren 6 Songs auf staatliche 37 Minuten Spielzeit, wobei mir das epochale „Conjure“ fast mit am besten gefällt. Aber auch das „schnellere“ „Sufferer’s Years“ kann gefallen. Die Single „We Knew Him Well“ präsentiert in kompakter Form die Hauptbestandteile des Bandsounds: schwere Riffs, ein knarzender 4Saiter, donnernde Drums, kakofonische Cymbals und die düster-aggressive Stimme von Anselmo. Lediglich der Opener „Steeple“ überzeugt mich nicht so wirklich. Aber der Band scheint er ja zu gefallen. Nun bin ich auch kein Sludge Experte und ich nehme an, dass meine „Druckausgleich“-Kollegen Henner und Björn vermutlich genau diesen Song abfeiern werden. Wir können als feststellen, dass die Scheibe auch Songs für die Hörer mit weniger exquisitem Musikgeschmack als ich ihn habe bereithält. Was will man noch mehr?
DOWN spielen mit „IV – Part II“ weiterhin in der Sludge Königsklasse mit und dürften gleichermaßen hartgesottene Szenekenner als auch eher teilzeit-beschäftige Mainstream-Sludger befriedigen.