Aber die Titulatur ist ja eigentlich auch egal. Denn die Australier von THE AMITY AFFLICTION sind mit ihrem sehnsüchtig erwarteten vierten Longplayer "Let The Ocean Take Me" am Start. Nachdem man mit dem letzten Longplayer zuvorderst die australische Heimat in Verzückung gebracht hat, macht man sich nun daran, auch den Rest der Welt von den eigenen Qualitäten zu überzeugen.
Das gelingt natürlich am besten, wenn auf bewährte Rezepte zurückgegriffen wird. Man nehme als Hauptbestandteile zum einen aggressive, dynamische, geshoutete Härte, die man mit allerlei Breakdowns, Blastbeats und Grooves garniert, zum anderen melodiöse, eingängige Melodik, deren Catchyness-Faktor nur Abdriften in das Popmetier noch verstärkt wird. Erzeugung von musikalischer Spannung durch die bekannten Kontraste. Im Westen also nichts Neues.
Und so ist it "Let The Ocean Take Me" ein Album entstanden, das für ein großes Publikum konzipiert und auf Massenkompatibilität getrimmt wurde. Grundsolide, aber störende Ecken und kannten sind eben auch abgeschliffen. Es hört sich in einem sehr gut herunter, hinterlässt auch ein angenehm wohliges Gefühl, aber der Aha-Effekt bleibt aus. Denn Alleinstellungsmerkmale sucht man vergebens. Das ist ja nicht weiter schlimm. Denn in der heutigen Zeit dem Drang, immer etwas Besonderes oder irgendwie anders sein zu wollen, nicht nachzugeben, ist ja auch schon eine Leistung. Überzeugend sind auf jeden Fall die Melodien, wie man zum Beispiel im Rausschmeißer 'Give It All' hören kann.
Fazit: THE AMITY AFFLICTION haben mit "Let The Ocean Take Me" ein überaus eingängiges und poppiges Metalcore-Album erschaffen, das nicht nur all jenen gefallen dürfte, die den KINGS OF LEON auf "Rock am Ring" zujubeln, sondern auch allen, die mit oder ohne Überzeugung Fernseh- oder Konzernbiere trinken.
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