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Dunkelschön - Zauberwort

VÖ: 19. August 2011   •   Label:  Screaming Banshee

Aber immerhin war Joseph von Eichendorf, seines Zeichens Vertreter der deutschen Romantik, fast ein Zeitgenosse des 1796 verstorbenen Adolph Knigge. Und von eben jenem Romantiker stammt die Lobpreisung des deutschen Wortes, die auch im schön aufgemachten Digi-Pack der aktuellen Dunkelschön Scheibe abgedruckt ist.
Ich bin kein Freund dieser ganzen Mittelaltereuphorie, des Spielmanngehabes und aufgesetzter Mittelalterartikulation, was allerdings nicht ausschließt, dass ich grundsätzlich auch mal ne Mittelalterscheibe gut finde. Zwar singen auch Dunkelschön über Spielmänner und diesen ganzen Kram, aber gerade der "Spielmann" betitelte Track kann durch eine gute Melodie und vor allem ein straffes Arrangement auftrumpfen. Ohnehin fallen mir wenige Bands dieses Genres ein in deren Songs man eine lupenreine Double Bass um die Ohren bekommt ("Zauberwort"). Ich kann also nur feststellen, dass sich die personelle Erweiterung um Drummer und Bassisten positiv auf den Sound der Gruppe ausgewirkt hat.
Aber die Damen und Herren können auch mit ruhigen Songs überzeugen. Ein Highlight der Scheibe ist definitiv "Im Namen der Rose", bei dem die Band durch gelungene Tempiwechsel und die Instrumentierung einen schönen Spannungsbogen aufbaut. Mit "Mutter" gibt es dann aber auch einen Song zum bedächtigen Zurücklehnen. "La Nuit" reißt den verträumten Mittelalterfreund dann jedoch gnadenlos aus seiner Traumwelt heraus und schüttelt den Hörer mit knarzigen Riffs und treibenden Drums wach - es darf getanzt werden. Und was Doro mit "Bis aufs Blut" recht war, ist Dunkelschön billig und so schließen sie ihren fünten Longplayer mit einem Acapella Stück ("Es war").
Jünger von Subway To Sally & Co werden mit der Band ohnehin keine Probleme haben, aber auch gestandene Metalheads dürfen hier mal über ihren Schatten springen und ein Ohr riskieren. So finden wir mit "Flügelschlag" ein grandioses Stück, welches eine Melange von Apocalyptica, Blackmore's Night und Jethro Tull ist - also metalkompatibel. Dunkelschön ist es tatsächlich gelungen, ein stimmungsvolles und zugleich energiegeladenes Album abzuliefern. Ich bin positiv überrascht und so fällt mir auch das anfangs gesuchte Zauberwort wieder ein: "Bitte!" Und was sagen wir darauf? Ich würd' sagen "Danke!" - passt hier nämlich auch irgendwie.

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