Earthship - Withered
Denn trotz oder auch gerade wegen ihres kleinen Line-up-Wechsels (Marcel Schulz als weiterer Gitarrist, Florian Häuser als neuer Drummer) konnte der eingeschlagene Weg weiterbeschritten und der bevorzugte metallastige Stoner- und Sludge-Rock mit einer noch markanteren, noch düsteren Death-Metal-Schattierung weiterentwickelt werden.
Hinzu kommt, dass auch das Songwriting einiges an Intensität, Reife und Vielfalt gewonnen hat. Besonders gelungen ist in diesem Zusammenhang die düstere Heavyness, die ihr kraftvolles Unwesen unter anderem in Songs wie 'Lament Of Torment' treiben. Doomige Entschleunigung im Widerstreit mit sludgiger Kraft und todesmetallischer, melodischer Infernalität. Weltklasse. Natürlich kommt auch die sludgige Groovigkeit ('Emeralsd Blades') und die stonermäßige Ursprünglichkeit nicht zu kurz (Serpents Cult), vor allem, wenn die diesbezüglichen, schwermütig-heftigen Riffs auf die infernale Melodik death-metallischer Provenienz treffen. Das führt nämlich zu einem unglaublich intensiven Klangerleben ('Sanguine'), das durch seine diabolische Schwere selbst den Teufel das Fürchten lehren könnte. Das höllische Gegrowle von Jan Oberg unterstützt diesen Effekt natürlich auch noch.
Mitunter dominiert auch eine verstärkte Eingängigkeit ('Adrift'), deren Dominanz sich aber immer wieder erst gegen die harte Angriffe metallischer Härte durchsetzen muss. Das zeigt noch einmal, dass EARTHSHIP auf ihrem Longplayer eine ungeheure Varianz und Diversität an den Tag gelegt haben.
Kurz: EARTHSHIP gelingt es auf ihrem neuen Longplayer "Withered", ihrem Stoner- und Sludge-Sound durch vermehrte Ausflüge in die Death-Metal-Gefilde eine unglaublich düstere Infernalität zu verleihen, die durch den Widerstreit von melodischer Intensität und brachialer Ursprünglichkeit neue Maßstäbe zu setzen vermag. Nicht nur für die Fans von CROWBAR, MASTODON, ENTOMBED, DOWN ein absolutes Muss!