En Declin - Trama
, folgten alsbald die herausragenden als auch weite Schatten vorauswerfenden Klimt 1918 den Spuren Novembres. Mit En Declin stranden nun gleichwohl die in der Hauptstadt Italiens beheimateten Labelmates von Act Noir und Room with a View letzthin nicht nur an Deutschlands Küsten, um als Bewerber des melancholischen Rockthrons aufzuwarten. Mitte der 90er Jahre unter dem noch damaligen Namen "My End" begonnen, erfolgte lediglich kurze Zeit nach Vervollständigung des Line-ups, sowohl eine Namensänderung als auch eine wesentlich stärkere Hingebung, hinweg von den einstigen schwedisch Death-Einflüssen fort zum melancholischen Dark Rock zugleich, an welchem selbst nach den Ausstiegen des Gründungsmitgliedes Fabrizio Casuccio und Drummers Cristano Loddo bis dato festgehalten wird. Ferner mit der Demo "Amaranth" sowie den hinzugekommenen Marco Campioni und Maurizio Tavani im Gepäck, legen die vier Italiener mit dem vor Gefühl und Power nur so strotzendem "Trama" nach sechs Jahren Unterbrechung endlich ihr Debütwerk vor. Und das tobt fürwahr unerschütterlich. Das Konzept des zuerst verwundernswerten, in leuchtendem rot gehaltenen wie auch gleichermaßen verschwommen-verzerrten Layout erschließt sich sogleich, wenn man das erste Mal in En Declins Machwerk hineinlauscht. Genauso langsam, verschwommen und melancholisch tastend strotzen die nur so mit reichlich Ecken und Kanten versehenen finsteren Soundcollagen, deren Brillanz nicht etwa durch aufgesetzte Angriffslust oder sonstige Prolereien, sondergleichen durch die unglaublich ehrlich hörbare Bodenständigkeit besticht. Hier dürfen noch die Gitarren wehmütig ihre Teppiche auslegen, über welche die restlichen Komponenten, wie vor allem die stilprägende, wahrlich Lorbeeren verdienende, als auch gefühlvoll-ergreifende Stimme Maurizios, die neben Melodie ebenfalls eine berührend-wohltuende Melancholie traumhaft in sich vereint, hinweg gleiten. Darüber hinaus jedoch scheinen die Italiener gleichfalls das Spielen mit Depression, schrägem Dark Wave, welche stetig von metallenen Faktoren unterlegt und zuweilen Erinnerungen an The Cures "Pornography" wachruft, nahezu in Perfektion verstanden zu haben, beachtet man insbesondere die bis ins Mark vorstoßende Trauer als auch enorm bedrückende Atmosphäre des alltagsentrückten und introvertierten Rundlings. Abwechslungsreich geht es in den elf Ruhe ausstrahlenden Stücken zweifellos zur Sache, sodass Tavani sein klagendes Stimmvolumen immer wieder beeindruckend unter Beweis stellen kann und gleichwohl auf diesem Wege jeden Song in eine dunkel-progressive Hymne verwandelt, deren balladeske Schwere, harmonisierend mit akustischen Zwischenspielen, frei von jeglicher Effekthascherei die Finsternis greifbar macht. Fließend, ausbrechend, aber vor allem eigenständig changieren En Declin zwischen vollstem Elan sowie verdammt guten Ideen, welche anhand des äußerst persönlichen Flairs auf voller Linie überzeugt wie auch gleichermaßen jenen tiefschürfend rüberbringt. En Declin bestechen weder durch anspruchsvolle Lyrics noch durch ausufernde Soli. En Declin machen Musik für die Seele, welche empfunden als auch gelebt werden möchte und zum Träumen einlädt. Ein Album italienischer Rockgeschichte!