Extol - Extol
Ich weiß gar nicht mehr, wie ich seinerzeit auf EXTOL aufmerksam wurde. Ich glaube es war der „Northern Lights“ Sampler, den mir MORTIFICATION Oberhaupt Steve Rowe damals mit einigen anderen Scheiben zukommen ließ. Hier waren die Norweger, neben anderen White Metal Bands wie SCHALIACH erstmals mit drei Songs vertreten. Das war 1996. Kurzentschlossen habe ich den damaligen Gitarristen Christer Espevoll angerufen und kurze Zeit später hielt ich mit „Embraced“ das erste Demo der damals blutjungen Band in den Händen. Doch bis heute ist dieses 3-Track Demo mein Favorit in der Discographie der seit eh und je etwas technisch-progressiv angehauchten Todesmetaller. Kein Wunder, dass kurze Zeit später ein Deal mit Solid State Records zustande kam. Metal Blade waren zwar interessiert, verzichteten dann aber doch darauf „Burial“, welches immerhin zwei Songs des Demos enthielt, zu veröffentlichten. In meinem damaligen Magazin NO COMPROMISE stand die Band zur selben Zeit im Mittelpunkt eines White Metal Specials.
2007 gab die Band dann offiziell ihr Ende bekannt (später tauchten ihre Mitglieder bei bands wie ABSURD2 und MANTRIC wieder auf). Christer hatte sich bereits 2004 von seinem Bruder Peter getrennt. 2012 wurde die Kapelle nun überraschend wiederbelebt – allerdings abermals ohne Christer. Dafür ist mit Ole Børud ein alter Bekannter an den Viersaiter zurückgekehrt: Er hatte bereits von 1996 bis 2004 an den Saiten gezupft.
Doch nun genug mit den langen Vorreden. Was ist auf „Extol“ zu hören? Schwer zu sagen. Letztlich liefert das Trio einen Querschnitt ihres bisherigen Schaffens ab. Hier und da sind die todesschweren Wurzeln durchzuhören (z.B. „Unveilling the Obscure“, „Betrayal“), an anderer Stelle funkelt die Vorliebe für Black Metal auf (vor allem bei den Vocals – aber auch in der Gitarrenarbeit, z.B. „Extol“). Unüberhörbar sind die Neigungen zum technisch-progressiven Songwriting – ruhige oder vertracktere Passagen (z.B. „Unveiling the Obscure“) wechseln sich mit kraftvollem Metal ab. Auch gesanglich liefert Peter eine ganze Bandbreite möglicher Stile ab: Von Growls über Kreischerei bis zum cleanen, melancholischen Gesang ist alles vertreten. Über mangelnde Abwechslung kann man sich also wirklich nicht beklagen und dennoch zünden die Songs bei mir nicht wirklich. Mit „Betrayal“ hat man zwar einen gutklassigen Opener am Start, doch dir Produktion scheint etwas schwach auf der Brust, so dass die Song nicht so knallt wie gewünscht. Letztlich bleibt eine bunten Mischung aus DEATH, DISSECTION und neueren TIAMAT oder DARK mit einem Schuss ANATHEMA und AMORPHIS.
EXTOL zeigen 2013, dass sie Songs schreiben (Hörtipp wäre z.B. „Faltering Moves“) und diese dann technisch auch umsetzen können. Doch der letzte Funke Hitpotential fehlt dem Album dann leider doch. So bleiben bei mir weder Songs sofort hängen, noch wurden die Songs vom Produzenten so scharf abgerichtet, dass sie wirklich brutalst killen würden. Schade eigentlich, aber so bleibt „Embraced“ weiterhin auf dem Spitzenplatz in meiner EXTOl Rangliste.