Spätestens seit BLACK BREATH ist ja bekannt, dass der Sound aus dem alten Europa auch in Übersee gezockt wird. Aber zurück zu FATALIST. Die hatten sich 2012 für zwei Jahre aufgelöst und dann eine Promo mit sechs Tracks aufgenommen, mit der sie nun einen Deal bei FDA ergattern konnten. Klar finden sich diese Songs auch auf dem Album. Mit dem Old School Sound passen FATALIST gut in das Rooster des Labels. Zum Sound heißt es im Info „On „The Bitter End“ you'll enjoy very brutal, authentic and catchy Death Metal with passion in the vein of DISMEMBER, NIHILIST/ early ENTOMBED and the other good old ones from the end 80's, early 90's Swedish scene. Listen to „The Bitter End“ , close your eyes and hit the train to a journey back in time, full of filth, blood, leather, spikes and rotten Death Metal tunes!“. Das kommt dem Sound nah, der Qualität nicht ganz. Es gibt ja nicht wenige,die die These vertreten, dass der schwedische Death Metal nach 1993 seine Relevanz verloren hat. Ganz so weit würde ich nicht gehen, aber einiges ist schon dran. Letzte Woche habe ich mit einem Freund einen Swedish-Death-Metal-Abend gemacht und es liefen die Scheiben aus der genannten Zeit und Szene von GROTESQUE, CREMATORY, GOD MACABRE, EPITAPH, EXCRUCIATE, MEGASLAUGHTER und WOMBBATH. Ich kannte so einiges gar nicht und es ist erstaunlich, wie facettenreich und innovativ die schwedische Szene zu dieser Zeit war. Davon ist bei heutigen Veröffentlichungen in diesem Genre tatsächlich nicht viel geblieben.
Sicher sind FATALIST weit davon entfernt, ein schlechtes Album aufgenommen zu haben. Wirklich Neues liefern sie auch nicht. Klar, die Produktion ist fett, die Riffs knackig und immer wieder werden die typisch schwedischen Melodien eingestreut. Über kurze Strecken wird dann auch mal geblastet, in der Regel geht es aber im typischen Mid- und Uptempo zur Sache. Wie gesagt, alles wirklich solide, fesseln kann mich ´The Bitter End´ aber nicht.
Da finde ich es wesentlich spannender weiter in der ENCYCLOPEDIA OF SVENSK DÖDS METALL von Nicola Costantini zu schmökern und alte Bands aus der Zeit zu entdecken. Da besteht eine wesentlich höhere Chance, auf Kreativität, Spirit und Überraschungen zu stoßen als bei all den Bands, die heute ENTOMDED und DISMEMBER nacheifern.
Unterm Strich liefert ´The Bitter End´ schwedisch klingenden Death Metal von der Stange, das aber in guter Qualität.