Nach dem auch von uns positiv besprochenen Album "Furor Incarnatus" hat sich in der Welt von FEARED einiges getan, was die Kreativität oder auch die Schlagzahl an Veröffentlichungen hätte beeinträchtigen können. So heuerte Gründer und Mastermind Ola Englund zum Beispiel bei THE HAUNTED als neuer Gitarrist an, der Drummer Kevin Talley bei BATTLECROSS. Hätte. Und so können die vier Schweden, die sich nun auch Jocke Skog von CLAWFINGER für den Bass verpflichteten, das zweite Album innerhalb eines Jahres veröffentlichen, und zwar mit dem Titel "Vinter". Wirklich ungewöhnlich.
Gewohnt heftig geht es in musikalischer Weise zu. Denn FEARED bleiben ihren Stil treu und zelebrieren hier fast schon konkurrenzlos überzeugenden Death Metal. Infernale, mitreißende Riffs, diabolische tiefe Growls, druckvoller Bass und treibende Drums geben dem Hörer so richtig etwas auf die Zwölf, wobei die Aggressivität und Brutalität immer wieder von leicht doomigen melodiösen Parts (mitunter mit düsteren, stimmungsdrückenden Keyboards) oder mit Gitarrensolos unterbrochen wird ('Erased').
Man braucht ja auch mal eine Verschnaufpause vom gelungenen Geschrote, das bisweilen sehr abwechslungsreich und groovig daherkommt. Gerade in puncto Abwechslung haben FEARED einen großen Schritt nach vorne gemacht. Denn neben der unglaublichen Energie und Dynamik, die auch dem neuen Bassisten geschuldet ist, finden sich auf "Vinter" auch Platz für eine nicht nur hintergründige epische und sphärische Melodik , die den Songs eine ungemeine tiefe angsteinflößende Düsterheit verleiht, auch wenn die Attacke auf unsere Hörnerven stilbildend bleibt. Herausragend gelöst in 'Mylingen'.
Vor diesem Hintergrund fällt dann der phänomenale und sehr doomig angehauchte Song 'My Shadow World" aus dem Rahmen, der fast schon eingängig hymnisch daherkommt (Wahnsin!), ehe uns der ruhige instrumentale titelgebende Track wieder an die gewohnte Geräuschumgebung des normalen Lebens gewöhnt.
Fazit: Weltklasse.