DAWN HEIST senden ein metallisches Lebenszeichen aus Australien, das die Freunde der härteren Gangart spätestens seit ACDC oder AIRBOURNE auf ihrer Landkarte haben (sollten). Doch die fünf Australier von DAWN HEIST haben mit den eben genannten Bands so überhaupt nichts zu tun, nennen ihre Musik selber Metal, doch wenn man ganz ehrlich ist, haben wir mit dem Debüt "Catalyst" dann doch wieder eine Scheibe der metalkernigen Spielart.
Dennoch hebt sich der Sound wohltuend vom Metalcore-Einerlei ab, denn hier stehen eindeutig sphärische Melodien, Sythie-Sounds sowie Grooves im Mittelpunkt. Nicht für umsonst ist der Bassist Zee Sandell auch für das Programming zuständig. Und es ist gerade das Melodische, mit dem diese Platte punkten kann. Denn damit verschiebt sich der Schwerpunkt eher in den Bereich Alternative, so dass das Metalcorige nicht dominieren kann und sich eine loungehafte und meditative Stimmung verbreiten kann. Und das ist gut so.
Obwohl man groovige gewalttätige Riffs, Wechsel vom sauberen zum unsauberen Gesang und melancholische Partien zur Genüge kennt, können DAWN HEIST dem Genre durch ihre experimentelle Ader durchaus ihren Stempel aufdrücken. So lassen mitunter in den alternative-rockigen und sphärischen Passagen A PERFECT CIRCLE ('Reflections') oder SIGOR ROS ('') grüßen, die groovigen Teile gemahnen mitunter an FAITH NO MORE ('Serescape') und die wandlungsfähige Stimme von Patrick Brown sorgt für unzählige Stimmungsumschwünge mit vielen willkommenen Abwechslungen im Gepäck.
Dennoch kann die Lust am Experimentieren, das Sphärische und Groovige bisweilen auch nervig werden. Blöd ist das nur, wenn das schon auf den Opener zutrifft. Davon darf man sich aber nicht abschrecken lassen. Denn das Album hat Potenzial. Das zeigt besonders der Track 'Zenith' (Höhepunkt: wie passend!).
Insgesamt ein überaus interessantes Album, das nicht nur den Fans von TESSARACT, SYBREED oder MONUMENT gefallen dürfte.