Von meiner Warte aus hätten sie keinen passenderen Titel für ihre neue Langrille wählen können: „Amoeba“ steht für amorphen, schwer greifbaren und komplexen modernen Metal, der mich stark an die Label-Kollegen Textures erinnert. Im Gegensatz zu Textures jedoch weiß ich bei Hacride noch weniger, wo sie letztendlich hin möchte. Das Album ist sperrig und anstrengend zu hören. Dafür sorgen schon die vielen polyrhythmischen Riffs à la Mushuggah, die einen durchgehenden Takt und eine klare Linie in den Songs oftmals verschwimmen, wenn nicht gar verschwinden lassen. Vocals und Gitarren gehen in den härteren Passagen stark in Richtung des (hier meines Erachtens reichlich stumpfen) Metalcores, dann und wann klingen jazzige oder sehr melodisch-psychedelische Momente an, die entfernt an Devin Townsend oder Opeth erinnern. mit dem Ojos de Brujo-Cover „Zambra“ ist sogar ein wenig spanisches Flair eingeflossen.
Dennoch kann ich selbst nach zig-fachem Durchhören nicht warm mit dem Album werden. Das Songwriting scheint konfus, die Lieder sind anstrengend zu hören und erschließen sich mir kaum bis gar nicht. Stellenweise sind wirklich interessante und schöne Momente darunter, die allerdings nur zu oft dann wieder im amoeboiden Durcheinander untergehen. Absolute Prog-Fans, die gern Wochen und Monate in einer Platte nach dem Sinn suchen, können hier sicher ein Ohr riskieren. Von mir gibt’s faire Achte.
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