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Hecate Enthroned - Virulent Rapture

VÖ: 12. Dezember 2013   •   Label:  Crank Records

Benannt nach der antiken multi-tasking-Göttin Hecate, die Königen bei der Rechtsprechung, Frauen bei der Geburt, die Männer im Krieg beriet, dann aber zur Göttin der Wegkreuzungen und zur Patronin des Zauberwesens mutierte. In diesem Zusammenhang ist besonders interessant, dass heulende Hunde ihr nächtliches Nahen ankündigten.

Im gewissen Maße scheinen sich die Briten daran orientiert zu haben, zumindest was die ätzenden, nervtötenden und einfach nur störenden krächzenden Vocals angeht. Jetzt werden die Anhänger der reinen Lehre des Black Metals natürlich sagen, dass diese Stimmlage zu diesem Genre wie die Pommes zur Currywurst gehören. Das macht es aber auch nicht besser, vor allem weil HECATE ENTHRONED ja auch Growlen können, wie sie beim ein oder anderen Song unter Beweis stellen ('Plagued by black death').

Das ist mehr als bedauernswert, da die Songs, von den Vocals einmal abgesehen, musikalisch über das bodenständige Maß hinausgehen: das Riffing kann sich mehr als sehen lassen ('Euphoria'), die Lead-Gitarren sorgen für eine überaus düstere Atmosphäre, die durch den Gebrauch orchestraler Elemente und sogar von choralen Passagen überaus intensiviert daherkommen.

Dass es auch richtig etwas auf die Ohren geben kann, zeigt der titelgebende Track, der natürlich programmatisch für das Album stehen kann: hammerharte, überzeugende Riffs, tiefstes Gegrowle, düstere Leadgitarrenparts, feierlich atmosphärische Keyboards, aber eben auch infernales Gekrächze und experimentelle weiblich chorale Partien. Auf der Habenseite kann "Virulent Rapture" auch die ungeheure Variabilität verbuchen, die auch innerhalb einzelner Songs immer wieder zu unvermuteten Wendungen führen kann ('Life').

Kurz: HECATE ENTHRONED liefern nach neun Jahren Pausen ein durchaus hörenswertes Album ab, das vor allem durch seine riffige treibende Härte und tiefen Growls punkten kann, deren Glanz allerdings durch nerviges Gekrächze und weichmachenden Keyboards zu verblassen droht. Für echte Fans des schwarzen Metalls dürfte das Album allerdings ein Weckruf sein.

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