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Kissin' Dynamite - Megalomania

VÖ: 04. September 2014   •   Label:  AFM Records

KISSIN' DYNAMITE sind schon ein Phänomen, orientieren sie sich rein äußerlich und zum Teil auch musikalisch an der großen und wilden Zeit der Hair-Metal-Bands der 80er Jahre (TWISTED SISTERS, POISON oder MOTLEY CRÜE). Ist das Retro oder aus der Zeit gefallen? Mitnichten. Denn diese filigrane, musenhafte und pittoreske Spielart des Metal oder des Hard Rock erfüllte schon damals einen ganz wichtigen Zweck. Sie zieht auch ein weibliches, rockaffines Publikum an.

Und "Megalomania" verkörpert nun mitunter genau das, was Frauen wollen: Härte gepaart mit emotionaler Intelligenz, also treibende Brachialität im Verein mit unter die Haut gehender melodischer Hymnik.

Zunächst lädt das testosterongesteuerte DNA zum Mitgrölen und zum Fist-Raising ein, ehe es mit 'Maniac Ball' zwar riffmäßig mitunter straight nach vorne geht, aber nur so lange, bis das Melodische das Regiment übernimmt. In Puncto Bombast wird in 'VIP In Hell' noch eine Schippe daraufgelegt, da lassen dann unverkennbar SABATON grüßen, die Parts, die nicht zum Refrain gehören, gemahnen etwas an TENACIOUS D. Ein Song, der auch noch genug Wums hat.

Mit 'Fireflies' gewinnt dann das Gefühl die Oberhand. Eine wirklich gelungene hymnische Ballade mit Gänsehautcharakter. Für mich als Romantiker einer meiner Favorites. Da kann man auf dem Konzert seine Freundin auch schon einmal in den Arm nehmen oder gemeinsam die Kerzenflammen-App in die Luft halten. Romantik pur! Eine Mischung aus den bekannten Riffs von BILLY IDOL und den lustigen verzerrten Anfangsgeräuschen aus BON JOVIs 'Living On A Prayer' führen in den Track 'Deadly' ein, bis dann eine zuckersüße Melodie die Geschmacksnerven bombardiert. Mit 'God In You' wird der Sound etwas retromäßiger, ehe mit 'Running Free' eine Hit-Hymne und einer der Höhepunkte des Longplayers auf unsere Gehörgänge trifft. In diese Kategorie kann auch 'Legion Of The Legendary' eingeordnet werden. Zur himmlischen Ballade 'The Final Dance' kann man seiner Angebeteten auch schon einmal einen Blasen- und Nierentee servieren, ehe 'Ticket To Paradise' als Herausschmeißer noch einmal das Hymnische abfeiert.

Aber Vorsicht! Das, was der Kollege Zwingelberg auch schon über den letzten Longplayer "Money, Sex & Power" geschrieben hat, gilt auch hier. Über die Hälfte der Songs zündet nicht gleich beim ersten Hören, sondern sie entfalten sich erst nach und nach. Aber genau aus diesem Holz sind die ganz großen Alben geschnitzt, an die man sich auch noch Jahre später erinnert und die auf der Playlist bleiben.

Kurz: KISSIN' DYNAMITE stellen mit "Megalomania" ein weiteres Mal unter Beweis, dass sie als Speerspitze der Bewegung die Renaissance des Hair Metal und des klassischen Hard Rock vorantreiben, ohne sich selbst zu wiederholen, wobei dieses Mal des Öfteren die herbe testosterongeschwängerte Härte von der süßen melodischen Emotionalität dominiert wird.

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