KLIMT 1918 - "Just In Case We´ll Never Meet Again - Soundtrack For The Casset
, die Musik seiner Helden auch auf der guten alten Schallplatte zu erstehen, als noch Mitte der Neunziger, wo man in aller Welt nahezu nur noch auf CD-Veröffentlichungen setzte. Und das, was noch auf Vinyl erscheint ist für den Sammler dann aller Ehren wert. Kleine, limitierte Auflagen, aufwendige Layouts und sogar Non-CD-Tracks lassen bei den Plattensammlern kaum noch Wünsche übrig.
Doch wer erinnert sich nicht ebenso gerne an die kleine Schwester der Schallplatte, die heute bis auf wenige Ausnahmen noch mehr in Vergessenheit geraten zu sein scheint, als es bei den zwischenzeitlichen Verbannungsversuchen durch die Musikindustrie mit dem Vinyl in den Mitneunzigern der Fall war. Nur zur Erinnerung und zur Info an die junge Generation der Musikfans: Auf Kassette wurde alles zusammengetragen und gesammelt, was man sich selbst auf Platte nicht leisten konnte. Alles musste in Echtzeit überspielt werden, Sampler mussten aufwendig und mit viel Herzblut zusammengestellt werden. Aber was noch viel kurioser ist: Zu dieser Zeit regte sich keine Sau über die Kopiererei auf... Demos wurden nicht auf CD-Rohlingen veröffentlicht, auch nicht auf MySpace einfach angetestet oder irgendwo runtergeladen, sondern auf Kassette gebannt.
Und genau diesem Zeitalter widmen die Italiener von KLIMT 1918 mit "Just In Case We´ll never meet again..." mit dem Beinamen "...- Soundtrack For The Cassette Generation" eine kleine Hommage und ihr Label Prophecy bietet dazu noch das passende Equipment für alle Tape-Liebhaber und vertreibt die Luxus-Edition des Albums mit einer Kassettenversion als Bonus.
Nach dem Überraschungserfolg "Dopoguerra" und dem Label-Einstand bei Prophecy bleibt bei dem Quartett um die Gebrüder Soellner alles "anders" oder besser gesagt: KLIMT 1918 bleibt wie der Schuster bei seinen Leisten, will heißen, das Erfolgsrezept der vorangegangenen Veröffentlichungen wird konsequent weitergeführt. Weite dichte Soundlandschaften, sphärische Gitarrenteppiche und der prägende Gesang von Marco Soellner stehen auch im Jahr 2008 für die Musik der Römer Band Pate. KLIMT versprühen immer noch die gleiche melacholische Sehnsucht, welche im Gegensatz zu vergleichbaren Künstlern wie auch schon beim Vorgänger Unmengen positiver Energien freisetzt. Auch wenn "Just In Case We´ll Never Meet Again" ein ungeheuer kompaktes Werk für gehobene Ansprüche ist, muss es doch leider gänzlich ohne herausragende Stücke der Marke "Rachel" oder "La Tregua" auskommen.
Diese Tatsache schmälert die Qualität von "Just in Case..." jedoch nur geringfügig und damit sind KLIMT 1918 auch mit diesem Album wieder allen Fans der frühen U2, von Dredg bis Katatonia, die zudem noch ein Faible für den Wave der Achtziger Jahre haben, wärmstens ans Herz zu legen.
www.klimt1918.com
www.prophecy.cd
www.myspace.com/eerieemotionalmusic