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TODESBONDEN - Sleep Now, Quiet Forest

VÖ: 22. Juni 2008   •   Label:  (Prophecy Productions/Soulfood)


Soweit, so gut. Die, aus Neu-England stammenden, Amerikaner beweisen über die gesamte Spielzeit des Albums, dass sie durchaus in der Lage sind, intime und wunderschöne Musik zu kreiern und zwar immer dann, wenn man in stillen, emotionalen Momenten schwelgt. Keltische Folklore, Geigen, Piano- und Spinettklänge lassen zusammen mit Ausnahmesängerin Laurie malerische Klanglandschaften entstehen, die einen mystischen Charme ausstrahlen. Vergleiche zu etablierten Größen wie Dead Can Dance oder Loreena McKennit werden wach und diese hinken keineswegs.
Gerne würde ich diese Lobeshymne weiter fortsetzen, doch leider birgt dieser schlafende Wald neben den lichten Sonnenaufgängen auch viel Schatten. Um genau zu sein, halten sich lichte und schattige Momente, in denen sich tiefschwarze Wolken über dem beschaulichen Wäldchen auftürmen, die Waage.
Denn sobald der eingangs angesprochene Metal ins Spiel kommt ist´s leider vorbei mit der verträumten Romantik.
Was TODESBONDEN mit ihrem intimen Natur-Folk aufbauen reißen sie förmlich in dem Moment wieder ein, wenn die elektrische Gitarre ins Spiel kommt. Hier werden sämtliche Klischees, die den Gothic Metal zu seiner Blütezeit ausmachten bis zur äußersten Schmerzgrenze und darüber ausgereizt. Die, bis dahin stimmige Produktion wirkt angesichts der, völlig übertrieben in den Vordergrund gemischten, Sechssaiter aufgeblasen, künstlich und überproduziert. Und bei Laurie Ann zeigt sich, dass sie zwar eine Ausnahme-Sängerin ist, allerdings nicht zur Gothic-Metal Ikone taugen will. Gesanglich über jeden Zweifel erhaben wirkt sie austauschbar und nur ebenso charismatisch, wie die zahlreichen Tarja- und Anneke-Klone, die die Gothic Metal-Welle in ihrer Blütezeit hervorgebracht hat, leider.
Der Ansatz, den TODESBONDEN gewählt haben, die erwähnten Stilmittel miteinander zu kombinieren ist nicht falsch, doch die Art und Weise und das qualitative Ungleichgewicht, wie sie zusammengefügt wurden, stellt "Sleep Now Quiet Forest" immer wieder in Frage. Ein zweischneidiges Schwert, welches für Freunde von Dead Can Dance bis Loreena McKennit und von Hagalaz Runedance bis Tristania zwar durchaus interessant sein könnte, von einem Blindkauf muss ich aus besagten Gründen leider abraten.

www.todesbonden.com
www.prophecy.cd
www.myspace.com/eerieemotionalmusic

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