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Krokus - Dirty Dynamite

VÖ: 21. Februar 2013   •   Label:  Sony Music

Etwas unklar bleibt, was gemeint ist, wenn die Promofirma in der Bandbio scheibt, dass KROKUS heute in der Originalformation zurück seien. Nein, es ist nicht gelungen den am Weihnachtsabend 1986 durch Selbstmord aus dem Leben geschiedenen Tommy Kiefer wiederzubeleben und auch sonst ist vom Line-Up des Debüts nur Chris von Rohr, der damals jedoch nicht den bass bediente, übriggeblieben. Erst auf „Metal Rendez-Vous“, dem vierten Album der Schweizer aus dem Jahr 1980, findet man – abgesehn von Mark Kohler natürlich – das Line-Up des aktuellen Albums. Doch wie dem auch sei.

Wer auf Innovationen und Originalität aus ist, der muss hier ebenso wenig weiterlesen wie in einem AC/DC oder RUNNIGN WILD Review. Die Schweizer beweisen viel mehr, dass sie vollkommen zu Recht als europäische Version der erfolgreichen Aussi-Rocker AC/DC gehandelt werden – nur mit dem einen Unterschied, dass der aktuelle KROKUS Longplayer den Australiern problemlos den Schneit abkauft und eindeutig das bessere Songmaterial zu bieten hat. Ja, der Kollege Ossowski wird es nicht gerne lesen, aber was Krächzfrontmann Marc Storace & Co hier abliefern ist dem Songmaterial von „Black Ice“ klar überlegen. Schon mit „Hallelujah Rock’n‘Roll“ wird sich deftig eingegroovt. Und schon bei „Go Baby Go“ hat die Band dann Betriebstemperatur erreicht und feuert aus allen Rohren: Kohler und von Arb lassen den Rock’n’Roll auf dem Griffbrett wieder auferstehen, während von Rohr und Steady wie ein schweizer Uhrwerk losbollern. Der Song ist bestehend schlicht und gerade deshalb so überzeugend und genial. Mit „Rattlesnake Rumble“ geht es ebenso schmutzig weiter, bevor man mit „Dirty Dynamite“ den Delta-Blues aufs Podium holt. Doch bereits mit „Let the Good Times Roll“ wird es wieder staubig und schmutzig und die Gitarren crunchen sich druckvoll durch die Amps. Die Ballade „Help!“ gehört dann vielleicht nicht zu den Höhepunkten der Bandgeschichte und auch die folgenden Songs reichen nicht an die Qualität der ersten Hälfte der Scheibe heran, doch mit „Hardrocking Man“ findet man am Ende noch mal einen sehr versöhnlichen Abschluss. Hinzu kommt, dass Chris von Rohr dem 17. Album der Band einen wirklich dreckigen, bissigen Sound verliehen hat, so dass die Songs auch mit dem notwendigen Pfund aus den Boxen kommen – dies war ja z.B. bei „To Rock or Not To Be“ nicht so.

Auch im Vergleich mit den beiden Vorgängern „Hellraiser“ und „Hoodoo“ ist „Dirty Dynamite“ eins der besten KROKUS Alben seit langem, vielleicht sogar überhaupt. Und wenn sie so weitermachen, dann dürfen die Hunde auch gerne ewig rocken!

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