Avantasia - The Mystery Of Time
Ich habe den Auftritt in Wacken 2011 mit Interesse verfolgt, war stellenweise begeistert, sicherlich vom Stelldichein der Gäste beeindruckt und doch ist das pompöse Rock Oper Projekt bislang mehr oder weniger an mir vorbeigezogen. Mit „Mystery Of Time“ scheint sich das zu ändern. Abermals hat Mastermind Sammet, den ich meist nur mit seiner Band EDGUY erlebt hatte, eine ansehnliche Gästeliste zusammenstellen können, um seine Version der perfekten Rock Oper weiter auszufeilen. Irgendwo zwischen Wagner, MEAT LOAF, QUEEN und einem Güterzug mit Höchstgeschwindigkeit sollte es seiner Meinung nach liegen. Nun erinnert die erste Singleauskopplung doch eher an eine Draisine als an einen schwergewichtigen Hochgeschwindigkeitszug, doch scheinbar hatte man bei der Auswahl das Augenmerk auf die Fernsehtauglichkeit des Tracks gelegt – und ein Blick ins vorabendliche Werbefernsehen bestätigt dann ja auch, dass diese Rechnung aufgegangen ist. Doch genug gemeckert, denn im Grunde ist „The Mystery of Time“ ein wirklich grandioses Album geworden. Schon der Opener „Spectres“, bei dem Joe Lynn Turner am Mikro attestiert, ist ein echter Ohrwurm mit Hitcharakter. Sammet ist es sogar gelungen, den verschiedenen Gästen Songs auf den Leib zu schneidern, bei denen diese besser weg kommen als in ihren Stammbands. Ein Beispiel dafür ist das schnelle „Invoke The Machine“, bei dem Pretty Maid Ronnie Atkins sein kratziges Organ viel besser in Szene setzen kann als auf dem aktuellen PRETTY MAIDS Album. Zwar gibt es mit „What’s Left of Me“ und „The Great Mystery“ auch ein paar bedächtige Momente, aber meistens geht es recht temporeich und kraftvoll zur Sache, so etwa bei „Where Clock Hands Freeze“, oder „Dweller in a Dream“, bei denen sich Sammet – der mittlerweile etwas kratziger klingt - mit seiner einstigen Stimmblaupause Michael Kiske duelliert.
Wenn ich an die ersten Gehversuche mit EDGUY zurückdenke, dann muss man mittlerweile doch den Hut vor Meister Sammet ziehen. Was der kleine Mann aus Fulda mittlerweile auf die Beine gestellt hat ist auf jeden Fall beachtenswert: über 3 Millionen Tonträger und mehr als 600 Shows auf der ganzen Welt. Mit „The Mystery of Time“ nimmt Sammet allen Kritikern sofort den Wind aus den Segeln, denn die Qualität des Albums ist die beste Antwort auf die Frage warum es so kurz nach dem vermeintlichen Ende des Projekts ein neues Album gibt. Ganz einfach: musikalisch war einfach noch nicht alles gesagt. Und wir müssen AVANTASIA dankbar sein, dass sie ihren kreativen Redeschwall mit uns teilen!
Hörproben gefällig?
“Sleepwalking“ Video Clip: http://smarturl.it/SleepwalkingVideo
“The Mystery Of Time” Album Trailer: http://youtu.be/JTq8Q94eLDk
“The Mystery Of Time“ Studio Reports: http://youtu.be/k8tFi-8zyUk
“Invoke The Machine” Lyric Video: http://youtu.be/WfQEclxbQrs