Obgleich von vornherein offensichtlich war, dass es sich bei jener um eine als Vorbote bestimmte Maxi für das im August erscheinende sechste Werk des österreichischen Duos handeln wurde, so blieb mir ehrlicherweise trotz alledem nach wie vor im Verbogenen, was um alles in der Welt Gun Records denn bitteschön mit der vorliegenden Platte beabsichtigen. Sage und schreibe zwei der im Handel erhältlichen fünf Songs sind auf "Dein Herz" enthalten, deren verlockende Auswahl sondergleichen doch tatsächlich sowohl von der "Single Edit" als auch "Radio Edit" verziert wird. Ferner außerdem noch Unterschiede aus diesen beiden obendrein hinzukommend exakt gleichlangen Versionen herauszufinden, kann sich durchaus als ein sehr spannendes "Such-mich, Finde-mich: Ätsch-kriegst-mich-nicht" Schauspiel entwickeln, welches einen bis in die Endzeit begleiten dürfte. Ja, da staunt man mit offenem Munde sowie einer vor Neid erblassenden Nase wirklich nicht zu unrecht Bauklötze in die Gegend.
Wenngleich ich daraufhin aus den zuvor genannten Gründen leider nicht allzu viel zum neusten L'Ame Immortelle Output werde sagen können, so reicht es dennoch zu der zweigeteilten Feststellung, dass sich an Sonja Kraushofers und Thomas Rainers ausgezeichnetem Händchen für angenehme wie auch noch (!) recht klischeefrei attestierte Musik letztendlich nichts geändert hat, obschon sich zwischenzeitlich in Form von austauschbaren Melodien kommerzielle Grundzüge alsbald entdecken lassen. Lyrisch schippert man jedenfalls in der von Schmerzen heimgesuchten Liebe umher, welche, musikalisch in einem Gewandt aus anmutend klassischer Instrumentierung gebündelt, einen wie bisher gehabt intensiven und fulminanten Gesangswechsel beider Mitglieder erfährt, der in den Strophen dahingegen stets in Ruhe agiert. Romantisch, verträumt und von einer gewissen Epik verwegen, geht "Dein Herz" seinen eigenen Weg. Damit stellt sich allerdings zunehmends die Frage, inwieweit sich das Duo von seinem ursprünglichen Schaffen, welches mit dem eher belanglosen "Gezeiten" eine offensichtlich andere Richtung einschlug, noch abzukehren gedenkt.
Aufgrund der Tatsache, dass dieses Release zeitgleich mit dem Sampler "Visionen", auf welchem dem amerikanischen Ausnahmedichter Edgar Allan Poe Tribut gehuldigt wird, erscheint, rate ich lieber auf jenen zurückzugreifen, wo die unsterbliche Liebe mit dem Herzen im Gepäck einen schönen Auftakt ermöglicht und andernorts das Geld auch deutlich mehr wert ist!