Dieser Longplayer vermittelt nicht nur ein Gefühl des Sommers, Summerfeeling sozusagen, dieses Album ist der Sommer. Denn ganz im Stile von VERUCA SAULT, BELLY oder FIONA APPLE bringt uns das Trio um die Frontfrau Sheena Ozzella dreizehn alternative rockige Songs in storytellerischer minimalistischer Manier, wie man es sonst nur aus den frühen 90er Jahren kannte.
Die Songs bestechen zumeist durch Direktheit, Schroffheit und Krachigkeit, ohne allerdings wirklich laut zu werden. Konstitutiv sind des Öfteren auch die Duette mit Drummer und Sänger Alex Kerns. Nichtsdestotrotz merkt man den Songs an, dass LEMURIA ihr ganzes Herzblut, ihre ganze Energie und ihre ganze Lust am Spielen in selbige hineingelegt haben. Immer 100 Prozent. Dass die Vocals insgesamt ein wenig dünn sind, kann daher getrost vernachlässigt werden.
Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang zum Beispiel der Track 'Clay Baby', der sehr an den guten alten PHILLP BOA mit seiner Sangespartnerin Pia Lund erinnert, wenn auch musikalisch etwas dünner, oder das eingängige 'Dreameater', das entfernt Ähnlichkeiten mit den BLOOD RED SHOES aufweist, nur eben atavistischer, rudimentärer und unbeholfener, oder eben 'Bluffing Statistics', das in seiner untergründigen Melancholie an NADA SURF gemahnt.
Herausragend in diesem Zusammenhang sind zudem das alternativ geschrammelte und hymnische 'Public Opinion Bath' sowie das sehr emotionale traurige 'Survivors guilt':
Kurz: Ein durchaus überzeugendes Album, das wie ein warmer Sommerregen daherkommt, der schlechte Laune, überflüssigen Stress und Streit einfach wegwaschen kann!