Deshalb also tödlicher Doom Metal, und zwar Doom, der in schmerzlicher, niederschmetternder Weise alle Sinne des menschlichen Körpers berührt. Somit ist auch der Albumtitel ihres Erstlingswerkes „A dirge for your suicide“ (ein Klagelied für deinen Selbstmord) mehr als programmatisch.
Klassisch und äußerst melodiös ist der herausragende Opener 'Pantheon of disgraces', der durch seine Eingängigkeit, durch den Wechsel der Vocals (variierend zwischen düster gegrowlt und eher krächzend) und einer analogen Ursprünglichkeit der alten Schule besticht und tatsächlich an die Zeiten von PARADISE LOST erinnert, als selbige auf „Gothic“ noch die Metal-Welt aus den Fugen hoben.
Klagende klare Vocals, zeitlupenartig vorangetrieben durch schnörkellose bodenständige Riffs in melodiöser überzeugender Monotonie, betrauern den besungenen Selbstmord in äußerst authentischer und emotionaler Weise, ehe die Stimmung in dem 14.44 minütigen titelgebenden Track zum Ende hin in eine trotzige dynamische Atmosphäre kippt. Ähnlichkeiten mit den frühen MY DYING BRIDE sind nicht von der Hand zu weisen. Gleiches gilt für 'Prelude to doomsday', das wierderum durch variable Vocals, aber auch ein höheres, lokomotivenartiges Tempo im Verein mit einem hohen Maß an Variabilität geprägt ist. Daneben hat auch der Track 'Paz' einnehmenden Charakter, auch wenn er musikalisch sehr minimalistisch und trotz Vocals nahezu instrumental daherkommt.
Fazit: ein überaus überzeugendes, authentisches und bodenständiges Doom-Album, das in Konkurrenz zu den frühen klassischen Scheiben von MY DYING BRIDE und PARADISE LOST tritt. Ein erster Schritt, um aus dem Schatten dieser Ikonen herauszutreten.