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Lindemann - Skills In Pills

VÖ: 18. Juni 2015   •   Label:  Warner Music

Industrial meets Death Metal, das versprach eine ganz besondere Mischung zu werden: martialische, pathetische und hymnische Schwere verfeinert mit todesmetallischer, düsterer Brutalität. Doch diese Hoffnung wird übelst enttäuscht. Um das Death-Metallische herauszuhören, muss man entweder Musik studiert oder ein nicht durch blechernde Universum-Boxen versautes Gehör haben. Aber das war es dann auch schon mit Enttäuschungen, denn die elf Songs, die uns der Longplayer hier bietet, kommen zwar im bekannten RAMMSTEIN-Gewand daher, aber in äußerst ausgefeilter, vollkommener und pittoresker Form.

Dementsprechend trifft in gewohnter Manier industrielle, schwere Martialität auf ein hohes Maß an melodischer Hymnik. Da sorgen dann mit Streichern begleitete Klavierklänge für einen Spannungsbogen, der sich dann in atmosphärischer, schwermütiger Eingängigkeit entlädt ('Yukon'), so dass einem für einen Videodreh sofort weitläufige Berglandschaften in den Sinn kommen. Doch trotz der vielen kompositorischen Ähnlichkeiten unterscheiden sich die Songs doch gravierend voneinander, gelingt es den beiden Ausnahmemusikern doch, für jeden der Tracks einzigartige Refrains und Melodien zu schreiben. Man nehme nur das mitreißende und schon vorab veröffentliche 'Praise Abort', das mitunter Züge der legendären TYPE O NEGATIVE annimmt. Oder den symphonisch angehauchten Rausschmeißer 'That's My Heart' mit seinem ausgeprägten Hang zur Epik.

Natürlich gibt wieder überaus sozialkritische Texte, die sich wie gewohnt auch unterhalb der Gürtellinie abspielen können. In diesem Zusammenhang ist einerseits 'Ladyboy' zu nennen, ein Hammersong zwischen kantiger Sperrigkeit und hymnischer Melodik, der man sich überhaupt nicht entziehen kann, andererseits der Song 'Fat', bei dem die die Orgeln natürlich fehlen nicht fehlen dürfen, wenn schon darüber gesungen wird.

Kurz: Der Kakophonie einiger Musikredaktionen, die jetzt von „großer Enttäuschung“ schreiben, kann man sich einfach nicht anschließen, bietet das Debüt von LINDEMANN doch den typischen RAMMSTEIN-Sound, nur etwas verspielter, gereifter, vollkommener und hymnischer. Ein überaus episches, martialisches und dadurch überzeugendes Album!

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