Auf diesem schwer zu bewältigenden, brutal verminten Gebiet brettern THY ART IS MURDER durchaus virtuos alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellt und verbreiten dadurch auf ihrem ganz eigenen „Holy War“ ein ganz besonders düstere Art des Schreckens. Denn die martialischen Breakdowns, die furchteinflößende Grooviness, das infernale Gegrowle, variiert mit schwarzmetallisch gekrächztem Shouting, und die düsteren, allerdings etwas dosiert eingesetzten, todesmetallischen Anteile verbreiten eine ungemein intensive und dichte Atmosphäre, die durch die Wechsel der Tempi noch verstärkt wird.
Dabei besteht allerdings die Gefahr, dass immer dann, wenn zu viel Augenmerk auf unbändiges Geknüppel, auf ungezügelte Brutalität und ungezähmten Krach gelegt wird, soundmäßige Monotonie und Eintönigkeit eintritt. Mir gefallen daher die Tracks am besten, die durch death-metallische Elemente ein Mehr an düsterer Vielfältigkeit und durch groovige Parts ein Plus an entschleunigter Variabilität enthalten. Kompromisslose, gnadenlose Brutalität ist das eine, reife, tiefgründige Intensität das andere.
Der Opener 'Absolute Genocide' gehört aufgrund seiner orkanartigen Riffs, dem Blastinferno und den verhaltenen Grooves eher zur ersten Kategorie, während das Multi-Tempo-Biest 'Light Bearer' schon mit etwas mehr düsterer Melodik, vor allem beim furiosen Finale, aufwaten kann. Wie es sich für einen echten heiligen Krieg gehört, werden auch beim titelgebenden Track trotz der leidenden Soli soundmäßig keine Gefangenen gemacht. Ähnliches gilt für den leicht melodisch angedüsterten blastigen Knüppeltrack 'Coffin Dragger', für das brutale 'Fur And Claw' sowie mehr noch für 'Deliver Us To Evil'.
Düsterer und eingängiger wird es dann mit 'Emptiness', 'Violent Reckoning' brettert mit den obligatorischen breakdownigen, groovigen Pausen und todesmetallischer Entschleunigung nach hinten raus vor, ehe mit 'Child Of Sorrow' ein wahres Groovemonster auf die Welt losgelassen wird und das vielleicht death-metallischste Stück 'Naked And Cold' den Longplayer beschließt.
Fazit: Auch auf ihrem dritten Album halten die Deathcorer von THY ART IS MURDER an ihrem bewährten Rezept mit niederwalzender Brutalität, martialischen Breakdowns und infernaler Düsternis fest. Ein grundsolides ehrliches Album, das keine Vergleiche zu scheuen braucht, insgesamt aber etwas berechenbar ist. Das kann man auch positiv sehen, schließlich gibt das Berechenbare Halt im Leben!