Die Zusammenstellung über alle Schaffensperioden von „Stolen Child“ aus dem 1985er Album „Elemental“ bis „Down by the Sally Gardens“ vom letzten regulären Studioalbum „The Wind that Shakes the Barley“, das immerhin auch schon gut vier Jahre alt ist, ist ansprechend. Bei neun Longplayern in 30 Jahren ist die Auswahl sicher schwierig und dem einen oder anderen mag der eine oder andere Song fehlen, aber Loreena McKennitt hätte sicher gut daran getan, lieber auf einen Titel zu verzichten anstatt die als „album edit“ kastrierten und damit eingekürzten „The Mystic´s Dream“, „The Bonny Swans“ und „The Lady of Shalott“ auf das Album zu packen.
Bedauerlicher ist allerdings, dass nun eigentlich mal wieder ein reguläres Album dran wäre. Seit 2007 sage und schreibe 5 (in Worten: fünf) Livealben und Neuzusammenstellungen veröffentlicht, das 2008er „A Midwinter Night´s Dream“ enthielt 1/3 bereits veröffentlichte Songs. So kommt Loreena McKennitt in 7 Jahren auf 5 1/3 Recycling-Scheiben – mit dieser Best Of 6 1/3 – und 1 2/3 echten Alben. Keine schöne Bilanz, die trotz toller Musik, netter Zusammenstellung zu einer deutlichen Abwertung führt.
Wer sich einen Überblick über das Schaffen von Loreena McKennitt verschaffen möchte, tut gut daran, die Deluxe-Version zu erwerben, wird die Best Of noch um 9 Livesongs, aufgenommen auf der „A Midsummer Night´s Tour“ in Mainz ergänzt und live ist Loreena McKennitt toll. Zusammenfassend bleibt ein fader Beigeschmack – zum 30jährigen Bandjubiläum hätte man doch etwas mehr erwartet. Gleichwohl ist „The Journey so far“ ein erster guter Überblick, für alle, die die letzten 30 Jahre verschlafen haben.
Frau Bratbecker