Insgesamt bleiben sie ihrem Sound und ihrer Attitüde treu ohne dabei nach 26-Jahren Bandgeschichte abgedroschen zu klingen. Beeindruckend ist, dass die Bands der NYHC-Szene unbeirrt und mit einer gewaltigen Ausdauer durch die Lande touren, wobei die Konzerte von MADBALL und die sich vor der Bühne abspielenden Pits mit Sicherheit zu den härtesten der Szene zählen.
Während mir einige der bisherigen Studioalben der New Yorker Hardcore-Punk-Heroen zu wenig abwechslungsreich erschienen, präsentierten sich die Songs auf „Hardcore Lives“ keinesfalls zu monoton. Man findet auf dem aktuellen Album sowohl die für MADBALL so typischen harten Uptempo-Tracks (‚My Amor‘) als auch groovende Stücke wie ‚Nothing To Me‘. Dass die (New Yorker-) Hardcoreszene eng zusammenhält ist kein Geheimnis und von daher verwundert es nicht, dass MADBALL sich einige namenhafte Gäste für die Aufnahmen mit ins Boot geholt haben. Auf ‚True School‘ wirkt TERROR-Frontman Scott Vogel mit, bei ‚My Armor‘ ist Toby Morse von H2O am Mikro aktiv und bei ‚Born Strong‘ steht WALLS OF JERICHO Frontdame Candance mit auf der „Bühne“.
Einen besonderen Wert legen die Hardcorelegenden von MADBALL nach wie vor auf ihre Texte. In ‚Hardcore Lives‘ geht es um den rebellierenden Geist der Jugend, die diese musikalische Subkultur zum Leben erweckt hat und auch heute nach wie vor in ihr wiederzufinden ist. ‚The Balance‘ erzählt von dem Balanceakt zwischen Famililen- und Tourleben. In ‚The Here and Now‘ rufen MADBALL dazu auf im Moment zu leben und das Meiste daraus zu machen. Der Hardcore hat schon immer großen Wert darauf gelegt, sich mit Hilfe ihrer Texte zu positionieren und die wichtigen Elemente des eigenen Livestiles zum Ausdruck zu bringen. Deswegen lohnt es sich bei Bands wie MADBALL immer auch die textlichen Aussagen zu beachten, auch um herauszufinden, ob man sich selbst mit den Textinhalten identifizieren kann.
Für mich ist das nunmehr achte Studioalbum „Hardcore Lives“ von MADBALL musikalisch ein äußerst gelungenes Werk. Es besitzt von Anfang bis Ende die Energie, die man sich vom NYHC wünscht, ohne dass durch zu viele Uptempo-Stücke zu große Eintönigkeit entsteht. „Hardcore Lives“ ist – wie von MADBALL zu erwarten war – ein hartes, sehr Energie geladenes und dennoch ein äußerst eingängiges Album.