Der ROCK HARD Kollege Krammer ist über „From The Vault“ in etwa so amused wie die Queen über Harrys Rückzug aus der Königsfamilie und lässt entsprechend wenig gute Haare an der Scheibe. Mastermind Vanderhoof dürfte es nicht stören, denn der trägt ja obenherum ohnehin schon blank. Aus seinem Tresor hat der gute Mann nun eine Mischung aus neuen Songs, neuaufgenommenen Klassikern, Coversongs, „Damned If You Do“-Resten und „XI“-Bonussongs hervorgekramt. „Dead On The Vine“ hält für meinen Geschmack alle 10 Gebote des Metalgottes ein und Frontmann Mike Howe verpasst der fetten Instrumentalwand seine eigene Note. Auch „For No Reason“ entpuppt sich als amtlicher Midtempo Kracher. Der Dritte im Bunde vereinigt abermals alle Trademarks von METAL CHURCH und kommt mit guten Riffs und guten Vocals daher. Zwischen den Neulingen findet sich mit „Conductor“ ein Song vom unterbewerteten „Haning In The Balance“ Album – macht im neuen Soundgewand durchaus etwas her. Schön wären auch Neuaufnahmen von „Gods of Second Chance“ oder dem Übersong „Losers in The Game“ gewesen. „Tell Lie Vision“ begeistert mich nicht so ganz, was aber vor allem am etwas nervigen Chorus liegt. Insgesamt ist der Mittelteil mit „Damned…“-Material aber auch durchaus okay. Mit dem ruhigen Instrumental "432hz„ wird zum ersten Cover aus der Feder von NAZARETH übergeleitet. Nun hat jeder seine eigene Meinung zu Coversongs. Ich finde es zumindest gut, dass die Band hier nicht einfach MAIDEN, PRIEST und MOTÖRHEAD gecovert hat. Mit „Fake Healer“ und „Badlands“ gibt es zwei „Neuauflagen“ alter METAL CHURCH Klassiker – allerdings waren diese auch schon auf dem „Classic Live“ Album von 2017 als Bonus vertreten. Macht aber nichts, denn das Abschlussduo mit „XI“ Bonussongs war ja auch bereits andernorts erhältlich. Aber viele Fans haben die Songs wahrscheinlich noch nicht. Ob „From the Vault“ nun für die gesamte Metalgemeinde zwingend ist, bleibt fraglich. Doch welches Album dieser Art ist das schon, da wird ja immer nur der harte Kern an Bandjüngern und Fanboys angesprochen. Ich für meinen Teil finde „From The Vault“ ganz erfrischend und Mike Howe liefert eine gute Leistung ab. Unterm Strich bleiben fast 80 Minuten kurzweilige Metalunterhaltung. Das ist doch was.
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